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Wermelskirchen
A1-Raser machen 21 weitere Stellen im Kreis erforderlich

Wermelskirchen. Der Rheinisch-Bergische Kreis stockt sein Personal im Bereich Bußgeld- und Vollstreckungsstelle deutlich auf: 21 weitere Stellen soll der Kreistag im Juli genehmigen, um die Flut von Verwarn- und Bußgeldanzeigen, die die Verstöße auf der Autobahn 1 zwischen Burscheid und Leverkusen zur Folge haben, bearbeiten zu können. Von Udo Teifel

Denn nach der Auswertung des Messbetriebes von Januar bis Mai 2017 stellte der Kreis fest, dass die Verstoßquote der Auto- und Lkw-Fahrer nicht wie prognostiziert bei einem Prozent der Fahrzeuge liegt, sondern bei 4,1 Prozent.

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat in den ersten fünf Monaten des Jahres 2017 1.037.955 Fahrzeugbewegungen im Bereich der stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlage auf der Autobahn 1 in Fahrtrichtung Leverkusen gezählt. 42.688 Fahrzeuge hatten die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer für Personenwagen und 60 Stundenkilometer bei Lastwagen überschritten. Spitzenreiter war ein Pkw mit 246 km/h, bei einem Lkw wurde 128 km/h gemessen.

Bisher waren vom Kreistag 14,5 Stellen genehmigt worden, die in vier Stufen besetzt werden sollten. Nun soll aber noch eine fünfte und sechste kommen- Stellen für die Bußgeldbehörde, der Kreiskasse, die Vollstreckungsstelle und die Poststelle. Allein die Kreiskasse benötigt 5,5 weitere Stellen, um den höheren Aufwand für Mahnungen und Vollstreckungen zu bewältigen. Denn mittelfristig geht der Kreis von 268.000 Verstößen im Jahr aus, bei rund 15 Millionen Fahrzeugbewegungen auf dieser Strecke sind das etwa zwei Prozent - eine Größenordnung, die auch von anderen Bußgeldstellen als realistisch eingeschätzt wird. Die fünfte Stufe beginnt ab Dezember 2017 - mit 9,5 neuen Stellen. Dann steht eine Evaluierung an, ob auch die sechste Stufe so umgesetzt werden muss.

Ein zusätzlicher Personaleinsatz sorgt auch für höhere Erträge. Für das Jahr 2018 geht der Kreis von rund 3,5 Millionen Euro Bußgeldeinnahmen aus, ab 2019 von etwa 5,5 Millionen Euro im Jahr. Ziel ist die tägliche 24-Stunden-Kontrolle.

Autofahrer müssen sich aber auf noch mehr einstellen. Drei Kilometer hinter der Überwachungsanlage sollen alle drei Fahrbahnen in der Breite reduziert und gleichzeitig verschwenkt werden. Das plant die Bezirksregierung. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 80 (Pkw) beziehungsweise 60 km/h (Lkw) begrenzt. Zudem werden Fahrstreifen durch Sperrflächen getrennt. Diese Maßnahmen werden ab Herbst 2017 umgesetzt.

Während der Brückenarbeiten "Lambertsmühle" kann die stationäre Anlage nicht messen - der Landesbetrieb wird aber eine Ersatzanlage zur Überwachung aufstellen.

Quelle: RP
 
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