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Wermelskirchen
ADFC: Halteverbot schützt die Radfahrer

Wermelskirchen. Fahrrad-Club kritisiert Ratsvertreter, die diese "sinnvolle Unfallverhütungsmaßnahme" torpedieren. Von Udo Teifel

Die Diskussion um den gegenläufigen Radverkehr geht in die nächste Runde: Jetzt meldet sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club mit einem offenen Brief zu Wort. Begrüßt wird darin das absolute Halteverbot auf der linken Seite der Telegrafenstraße – "dass diese sinnvolle Unfallverhütungsmaßnahme von Ratsvertretern torpediert wird, vermögen wir nicht nachzuvollziehen", so Klaus Lang, Vorsitzender des ADFC Wuppertal/Solingen, im Namen eines "ehrenamtlichen Expertengremiums Panorama-Radwege". Dazu gehören die Clubs aus Hilden, Remscheid und Leverkusen sowie der Verein Bahntrassenradeln.

Mit Sorge, so Lang, werde die Entwicklung der politischen Diskussion um die für Radler in Gegenrichtung geöffnete Einbahnstraße "Telegrafenstraße" verfolgt: "Hierbei versucht ein Teil der örtlichen Ratsvertreter, das bisher rechtswidrig wahrgenommene Kfz-Parken auf der linken Seite zu Lasten des Radverkehrs durchzusetzen." Die Unfallkommission habe dieses Falschparken als Hauptursache für mehrere Radlerunfälle identifiziert und deshalb das absolute Halteverbot vorgeschlagen. "Wir begrüßen die Anordnung und das Durchsetzen des Halteverbots und des geplanten Schutzstreifens durch die Stadt Wermelskirchen", so Lang.

Das städtische Gemeindegebiet sei Teil eines mehr als 300 Kilometer umfassenden Bahntrassen-Radwegenetzes im Bergischen; "dieses Netz hat eine überörtliche, touristische Bedeutung", so Lang. Fatal für Tourismus und schädlich für den Ruf der Stadt Wermelskirchen als gastfreundliche Gemeinde wäre eine Aufhebung des Parkverbotes und der Einbahnstraßenöffnung für den Radverkehr: "Nicht nur Radlern würde durch so eine fahrradfeindliche Maßnahme die einzig sinnvolle Innenstadtquerung in West-Ost-Richtung genommen, auch Einzelhandel und Gastronomie verlören dann einen bedeutenden Anteil ihrer Kundschaft." Der ADFC werde daher den Bürgermeister unterstützen, die bisherige Radverkehrsführung aufrecht zu erhalten, damit Wermelskirchen vom "wachsenden Fahrradtourismus profitiere".

Quelle: RP
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