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Wermelskirchen
Agentur für Arbeit fordert mehr Flexibilität

Wermelskirchen. Passungsprobleme zwischen Arbeitgeber und Bewerber soll es in Zukunft immer weniger geben. Die Agentur für Arbeit sieht Handlungsbedarf bei den Arbeitgebern: Es muss Angebote geben, damit Jugendliche mehr Interesse zeigen. Von Joachim Rüttgen

"Ausbildung" als wichtige Aufgabe aller beteiligten Akteure - dies war unter anderem das Thema der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. Die duale Ausbildung sei weiter ein wichtiges Standbein der Region und der Wirtschaft, heißt es in einer Pressemitteilung. Fachkräfte würden benötigt und gesucht. Der aktuelle Trend, dass Jugendliche im Anschluss an die allgemeinbildende Schule eine weiterführende Schule besuchen, zeigt: Die duale Ausbildung hat nicht mehr den Stellenwert der vergangenen Jahre. "In Verbindung mit der demografischen Entwicklung kann dies die Wirtschaft des Agenturbezirkes mittelfristig stark schwächen", teilt die Agentur mit. Die allgemeine demografische Entwicklung bildet sich im Agenturbezirk Bergisch Gladbach ebenfalls ab - weniger Bewerber als im Vorjahr nehmen die Berufsberatung der Agentur in Anspruch.

Gleichzeitig ist die Zahl der bei der Agentur gemeldeten Ausbildungsstellen leicht gestiegen. Dass die Ansprüche und Wünsche der Bewerber und der Arbeitgeber unterschiedlich sind, zeigt sich darin, dass es in einigen Berufen sowohl Bewerber als auch Stellen gibt, beide Seiten aber nicht zu einer Einigung kommen. "Diese Passungsprobleme machen uns Sorgen", sagt Stefan Krause, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach. "Kein Jugendlicher darf zurückbleiben. Dafür müssen sowohl die Arbeitgeber als auch die Bewerber flexibler werden. Daran müssen alle Beteiligten gemeinsam arbeiten", fordert er. Jörg Mährle, alternierender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses, sieht Handlungsbedarf bei den Arbeitgebern. "Einige Berufe haben bei den Eltern und Jugendlichen ein schlechtes Image. Oft sind auch Bezahlung und Arbeitszeit wenig attraktiv. Hier liegt es auch in der Hand der Arbeitgeber, Angebote zu machen, damit sich mehr Jugendliche für diese Ausbildung interessieren."

Volker Petersmann, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsausschusses, sagt dazu: "Die Jugendlichen müssen über die aktuellen Inhalte der Berufe und Tätigkeiten informiert sein. Nur dann können sie sich für eine Ausbildung entscheiden, die zu ihnen passt. Gleichzeitig entlastet es die Personalabteilungen der Unternehmen, die dann wesentlich gezieltere Bewerbungen von Jugendlichen erhalten werden, als es teilweise heute der Fall ist." Fehlende Voraussetzungen oder falsche Vorstellungen führen zu einem vermeidbaren Abbruch der Ausbildung. Hier ist es ein gemeinsames Bestreben, die Unterstützungs- und Förderangebote bekannter zu machen, teilt die Agentur mit.

Der Ausbildungskonsens des Landes und die Initiative "Ausbildung hat Vorfahrt" des Verwaltungsrates der Bundesagentur für Arbeit seien weitere Bausteine für eine intensive Zusammenarbeit aller Akteure. "Ausbildungsakquisiteure" (AAQ) werden individuell für ausbildungsinteressierte Jugendliche tätig. Ziel ist es, auf Arbeitgeber zuzugehen und Probleme früh aus dem Weg zu räumen. Hierbei sollen benachteiligte Jugendliche eine besondere Unterstützung erfahren.

Um die Situation auf dem Ausbildungsmarkt weiter zu verbessern hat man sich auf eine Verzahnung der Ausbildungsakquise im Bereich des IHK-Bezirks Köln verständigt. Beteiligte sind die IHK zu Köln, die Handwerkskammer zu Köln und die Agenturen für Arbeit Köln, Brühl und Bergisch Gladbach.

Quelle: RP
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