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Wermelskirchen
Alle lieben Kauz Poldi

Kauz aus Remscheid wird Internet-Star
Kauz aus Remscheid wird Internet-Star FOTO: Tanja Brandt
Wermelskirchen. Eigentlich heißt er gar nicht Poldi, sondern Napoleon. Sein Kosename passt aber viel besser zum kleinen, plüschigen und süßen Federknäuel als der des französischen Eroberers, also hat er sich durchgesetzt. Poldi ist ein Kauz und lebt in Remscheid - und zwar in der Falknerei Bergisch Land. Dort ist er zum Star geworden. Von Sebastian Fuhrmann

"Ich weiß nicht, woran es liegt, dass Poldi so berühmt ist. Vielleicht daran, dass Leute Eulen süß finden. Jeder, der Poldi sieht, findet ihn süß", sagt seine Besitzerin Tanja Brant, die im Juni von Düsseldorf aus nach Remscheid gezogen ist, in ein Haus direkt bei der Falknerei .

Brandt ist 47 Jahre alt und Tierfotografin. Vor einigen Monaten hat sie Bilder ihres Kleinsten ins Internet gestellt. Die Aufnahmen verbreiteten sich in sozialen Netzwerken schnell über den ganzen Globus. Sogar das japanische Fernsehen hat schon über Poldi berichtet.

FOTO: Tanja Brandt

Poldi hat große Kulleraugen und sieht ab und an aus, als würde er schmollen. Regen zum Beispiel scheint der 1,5 Jahre alte Jungvogel nicht zu mögen. Ein Foto zeigt ihn, wie er während eines Schauers unter einem Fliegenpilz Schutz sucht, von dem die dicken Wassertropfen perlen. Das Gesicht des Vogels sagt irgendwas zwischen "Na toll" und "Hilfe, ich will nach Hause!" Seine Besitzerin sagt: "Er kann an manchem Tagen wirklich ganz schön schlecht drauf sein. Das merkt man sofort." Vielleicht hat der kleine Kauz seine Beliebtheit aber auch seinem besten Freund zu verdanken. Der ist nämlich kein Vogel, sondern der belgische Schäferhund Ingo. "Die beiden verstehen sich blendend", sagt Brandt angesprochen auf die ungewöhnliche Freundschaft. Gemeinsam hat sie mit beiden von Anfang an viele Spaziergänge unternommen. Dabei haben sich die beiden so ungleichen Partner angefreundet.

Anekdoten hat die 47-Jährige seitdem so einige zu erzählen - zum Beispiel diese: "Neulich sind wir um einen See spazieren gegangen, als aus dem Wald plötzlich ein lauter Vogelschrei zu hören war. Poldi ist dann auf Ingos Kopf geflogen und hat von da aus richtig Rabatz gemacht, so, als wollte er sagen: Komm doch raus." Der Kauz weiß: In der Nähe seines besten Kumpels Ingo kann ihm so leicht nichts passieren. Da spuckt der kleine Wildvogel schon mal Töne, die größer sind als er selbst. Zugegeben, das ist auch nicht schwer. Poldi ist nur 15 Zentimeter groß. "Wenn wir draußen spazieren gehen, habe ich Poldi an einer Flugschnur", sagt Brandt. "Er ist so winzig. Ich habe sonst Angst, dass ihm etwas passiert."

Bitte mal lächeln - Kauz Poldi und sein bester Freund, der Schäferhund Ingo, verbringen viel Zeit gemeinsam. FOTO: Tanja Brandt

Die meiste Zeit des Tages verbringt Poldi nämlich in seiner Voliere. Da gräbt er Löcher im Sand und tut das, was Kauze eben so tun. Mit seinen 1,5 Jahren hat er die meisten seiner in freier Wildbahn lebenden Artgenossen schon überholt. "In freier Wildbahn werden Kauze nicht alt. In Gefangenschaft können sie mehr als zehn Jahre alt werden", sagt Brandt, die neben Poldi noch zwei Eulen und einen Bussard besitzt.

Mehr gibt's online unter www.ingoundelse.de

Poldi mag Ausflüge in den Wald, dort fühlt er sich wohl. Doch in seiner Voliere ist es sicherer. FOTO: Tanja Brandt
Quelle: RP
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