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Wermelskirchen
Als Baustelle bereit für die Gäste

Wermelskirchen: Als Baustelle bereit für die Gäste
Noch ist Haus Altenberg Großbaustelle, daran ändert auch die Wiedereröffnung am kommenden Sonntag nichts. FOTO: Christopher Arlinghaus
Wermelskirchen. Haus Altenberg wird einige Wochen vor der Fertigstellung am kommenden Sonntag offiziell eröffnet. Von Guido Wagner und Daniela Fobbe-Klemm

Noch baumeln Kabelstränge von den Decken, sind Türen noch nicht eingesetzt, Böden im Rohzustand. Bis Sonntag soll sich hier noch einiges ändern. Rund 50 Handwerker arbeiten daran, dass zumindest einige Räume und Flure in der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg nach dreieinhalbjähriger Sanierung und Renovierung noch fertig werden. Denn am Sonntag ist die offizielle Wiedereröffnung (siehe Infobox "Zur Eröffnung fällt der Vorhang").

"Wichtig ist, dass wir eine Anmutung dessen zeigen können, was Haus Altenberg künftig sein soll", sagt Rektor Mike Kolb. "In den vergangenen Wochen haben wir sogar die Sonntagsruhe ausgesetzt." Anfang September werden die ersten beiden Gästegruppen nach Altenberg kommen. Bis November sind die Handwerker im Haus. "Ab Januar haben wir dann wieder Vollbelegung", sagt Kolb.

Rund 41 Millionen Euro sollen die Arbeiten kosten, nicht zuletzt, weil auf dem historischen Boden des ehemaligen Altenberger Klosters viele Überraschungen unter der Erde warteten. Und so ging gerade zu Beginn der Bauarbeiten 2013 fast ein Jahr ins Land, bis Mauerwerk und Boden untersucht waren. Ergebnis: Teile der Mauer von Haus Altenberg sind älter als der Altenberger Dom, der ab 1259 gebaut wurde. Das bestimmte die modernen Baupläne. "Die Denkmalschützer hatten uns geraten, die Räume für die neue Haustechnik vom Dom weg in Richtung des Pfarrhauses zu legen. Dort sei nicht viel im Boden zu erwarten. Als jedoch die Arbeiten begannen, stellte sich heraus, dass das ein Irrtum war", berichtet Kolb.

Inzwischen sind die Räume gebaut, ebenso wie die Aufzüge und Treppenhäuser. Da das 1922 gegründete Haus Altenberg nicht mehr den Anforderungen an Brandschutz, Barrierefreiheit, Inklusion, aber auch an moderne Tagungsformen genügte, wurde das Gebäude teils entkernt, teils neu gebaut. Der Eingang wurde an den Platz zurückverlegt, wo er bis 1933 war. Damals wurden dort Gruppenräume eingerichtet, der Eingang wanderte auf die Rückseite. Kolb: "Wir wollten das Haus bewusst wieder zum Ort hin öffnen."

Schon jetzt kann man beim Blick durch den neuen Torbogen nach Osten erkennen, dass der ehemals großzügige Innenhof nun von einem neuen Gebäuderiegel unterteilt wird, in dem der neue Goldene Saal und die größere Hauskapelle Platz gefunden haben. So entstehen zwei Innenhöfe, von denen der eine über eine Art Klosterkreuzgang für Besucher von außen zugänglich ist, während der hintere den Gästen vorbehalten bleibt. Durch den vorderen Gang führt ein Weg zum Altenberger Domladen, der nach dem Weihnachtsgeschäft wieder an seinen früheren Platz zurückkehren soll.

Auch die Erweiterungen und Umbauten nach 1976 wurden erneuert. Die Sprecherkabine im Kapitelsaal, die kaum genutzt wurde, ist verschwunden. Bodentiefe Fenster ermöglichen es, in den Veranstaltungspausen im Schatten des Domes zu sitzen. Rund 4000 Quadratmeter Fläche wird von den Mauern umschlossen. 70 Zimmer bieten 220 Betten. Neben einfachen Quartieren mit Gemeinschaftsduschen und -toiletten, "die vor allem für Grundschulklassen gedacht sind", wie Kolb ausführt, gibt es auch Zimmer, die bis zu sechs Personen Platz bieten, mit eigener Dusche und WC.

Die neue Mensa bietet 180 Plätze. Die zwei Nebenräume können als Konferenzzimmer, aber auch die Mensa erweitern. Bei Großveranstaltungen kann die Küche bis zu 600 Essen pro Mahlzeit zubereiten. Am Sonntag wird es bereits eine Kostprobe geben.

Quelle: RP
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