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Wermelskirchen
Als Haushaltshilfe Bargeld gestohlen

Wermelskirchen. 50 Jahre unbescholten - dann wurde die Frau kriminell. Und jetzt stand sie - mittlerweile 52 Jahre alt - vor dem Kadi. Sie war des gewerblichen Diebstahls angeklagt. Wie bereits drei Mal zuvor.

Die Staatsanwältin warf ihr diesmal vor, Schmuck und Bargeld in Höhe von etwa 3000 Euro gestohlen zu haben. Sie soll es leicht gehabt haben - als Haushaltshilfe beschäftigt, hatte sie freien Zugang zu allen Räumen des Hauses. Und so hatte sie sich auf die Suche gemacht und alle Räume durchsucht. Zuletzt fand sie eine Spardose auf einem Kleiderschrank. Die 90 Euro darin hatte sie auch mitgehen lassen.

Die Angeklagte gab alles zu. Freundlich, bescheiden und ein wenig kleinlaut. Den Schmuck hatte sie einschmelzen lassen und zu Geld gemacht. "Warum haben Sie das getan?", wollte der Richter wissen. "Ich bin spielsüchtig", sagte die Frau. Sie spiele an Spielautomaten. Der Richter schüttelte den Kopf. "Dabei kann man doch nur verlieren", sagte er. Das wisse sie schon, sagte die Frau. Aber erst spiele man "nur so", dann gewinne man mal, und dann könne man nicht mehr aufhören. Deswegen war sie auch vorbestraft.

Diesmal wog die Tat besonders schwer - sie hatte sie begangen, obwohl sie noch unter Bewährung stand. Der Richter redete ihr ins Gewissen. "Das macht sie kaputt." Er empfahl ihr eine Therapie. Die Frau nickte. Sie habe seit vier Monaten nicht mehr gespielt. Darin sah er neben ihrem Geständnis nicht nur ihren guten Willen, sondern auch, dass sie auf dem richtigen Wege sei.

Trotzdem: Erschwerend für die Tat kam hinzu, dass sie einschlägig vorbestraft war und noch unter Bewährung der letzten Verurteilung stand. Das Amtsgericht verurteilte die 52-Jährige zu zehn Monaten Haft auf Bewährung. Die Bewährungszeit dauert drei Jahre. "Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, weil Sie die Ursachen Ihrer Taten eingesehen haben", sagte der Richter in seiner Begründung.

Damit solle ihr Gelegenheit gegeben werden, von ihrer Spielsucht loszukommen. Das Gericht verhängte zusätzliche die Einziehung von 3000 Euro.

(bege)
 
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