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Ansichtssache
An der Telegrafenstraße helfen wohl nur Poller

Wermelskirchen. Heute sollen die Verbotsschilder aufgestellt werden. Was passiert, wenn auch diese Maßnahme die Fahrer nicht interessiert?

Mehr als sechs Monate Zeit hatten alle Beteiligten, um die Maßnahmen zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs auf der Telegrafenstraße zu planen und schließlich umzusetzen. Jetzt wurden die Verbotsschilder aufgestellt - und keinen Autofahrer interessierte es. Wie an einer Schnur gezogen schlängelten sich die Autos am Montag durch den Engpass hinter der Stadtsparkasse in Richtung Eich, obwohl die Fahrer dort gar nicht mehr herfahren durften. Die Fahrer beachteten die Schilder überhaupt nicht, es schien ihnen egal zu sein. Hauptsache geradeaus fahren, so wie immer!

Wer diese Situation gesehen hat, wird erhebliche Zweifel daran haben, dass sich die Autofahrer ab heute anders verhalten werden, wenn erneut Schilder, diesmal besser sichtbar, aufgestellt werden. Natürlich müssen sich Autofahrer an eine neue Verkehrsführung gewöhnen, es dauert Zeit, bis sich Automatismen ändern. Ob aber die von der Stadt umgesetzten Maßnahmen - der Rückbau der Mittelinseln auf dem Brückenweg, der Umbau der Einmündung Telegrafenstraße mit "Mini-Asphalt-Hubbeln" und eben das Aufstellen der Verbotsschilder - tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen, ist mehr als fraglich.

Täglich fahren 2500 Autos durch die Telegrafenstraße, nur um vom "Bügeleisen" zur Eich zu gelangen - diese Fahrer steuern nicht ein einziges Geschäft an. Und genau diese Fahrer müssen aus der Telegrafenstraße verbannt werden, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Vielleicht hilft es, zusätzlich zu den Verbotsschildern blinkende Warnlichter am Straßenrand zu installieren, die auf das Durchfahrtsverbot aufmerksam machen. Wahrscheinlich helfen am Ende aber nur Poller am Engpass, die auf Knopfdruck (zum Beispiel von Busfahrern) heruntergefahren werden können. Das würde den Durchgangsverkehr eindämmen.

SEBASTIAN RADERMACHER

Quelle: RP
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