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Wermelskirchen
Anders als vermutet, selten wie erwartet

Wermelskirchen: Anders als vermutet, selten wie erwartet
Viviane-Yvette Lenz hat sich in der Tattoo-Szene als Model einen Namen gemacht. Weiterhin in Wermelskirchen zu leben, ist der 19-Jährigen wichtig. "Zeit mit der Familie ist mir sehr wichtig", sagt sie. FOTO: ST Photography
Wermelskirchen. Die 19-jährige Wermelskirchenerin Viviane-Yvette Lenz etabliert sich mehr und mehr als Model in der Tattoo-Szene. Trotzdem bleibt sie bodenständig und ein Familienmensch - deswegen fühlt sie sich in Wermelskirchen auch sehr wohl. Von Stephan Singer

Sie hat sich einen außergewöhnlichen Weg für eine Karriere ausgesucht, will ihr Glück in einem Beruf finden, der ohne vorgegebene Ausbildungsschritte im künstlerischen Bereich seine Heimat hat. Die 19-jährige Viviane-Yvette Lenz arbeitet als Model in der Tattoo- und Piercing-Szene. Wer nun meint, bei einem Treffen mit der Wermelskirchenerin auf eine Frau mit brachial-aggressivem Äußeren zu stoßen, sieht sich getäuscht: Man begegnet einer jungen Dame in modern-eleganter Kleidung mit freundlich-bescheidenem Auftreten.

Sie selbst bezeichnet sich als "den bodenständigsten Menschen überhaupt". Ihr Motto, mit die sie sich auch schon erfolgreich um Fotoshootings beworben hat, lautet: "Ich bin anders als vermutet und selten wie erwartet." Unter dem Künstlernamen "Gospozha" hat sich Viviane-Yvette Lenz in der Szene inzwischen einen Namen gemacht: "Ich bin noch nicht in aller Munde, bin aber auf jeden Fall weitergekommen", sagt das Model mit Blick zurück auf die vergangenen Monate seit dem Gewinn des Titels Vize-Miss Tattoo NRW 2015. "Mich kennen viele in der Szene, ich bin aber noch nicht ganz oben", ergänzt sie mit einem Lächeln.

Mindestens ein Fotoshooting pro Woche absolviert Viviane-Yvette Lenz, nicht selten sind es auch drei oder vier. "Dafür reise ich weit. Es kommt fast nie vor, dass ein Termin in Nordrhein-Westfalen ist. Die Shootings vergehen wie im Flug, weil mir das Spaß macht." Zeitaufwendig sei die Büroarbeit am Computer. "Ich muss meinen Internetauftritt pflegen, mich um Aufträge bemühen und Buchhaltung machen", erzählt "Gospozha". Das World Wide Web habe einen hohen Stellenwert - fast alle Kontakte entstehen und funktionieren online: "Tattoo-Messen sind da immer ein wenig wie Nach-Hause-Kommen. Die Aktiven kennen sich untereinander, aber weil die Leute von überall her kommen, treffen wir uns persönlich nur dort." Nach wie vor in Wermelskirchen zu leben, empfindet das Model keineswegs als Nachteil: "Es gab mal die Idee, nach Berlin zu ziehen. Ich bin aber ein totaler Familienmensch, das ist mir sehr wichtig. Zeit mit der Familie ist für mich wie Urlaub."

Die 19-Jährige ist bei mehreren Model-Agenturen im Portfolio. Fotografen, Werbeagenturen, Onlineshops und Modemarken gehören zu den Kunden von Viviane-Yvette Lenz, die trotz der steigenden Auftragszahlen nebenbei für ein Sicherheitsunternehmen arbeitet, um ein regelmäßiges Basiseinkommen zu haben. Für jemanden, der seinen Körper(kult) zum Beruf macht, ist das von Bedeutung, denn gute Tätowierungen sind nicht günstig. "Mein Gesicht wird nicht tätowiert. Aber ab dem Hals herunter soll irgendwann schon alles voll sein. Ich habe fast jeden Stil auf der Haut und finde diese Vielfalt spannend", meint Viviane-Yvette Lenz. Die Toleranzgrenze gegenüber Tattoos oder Piercings sei deutlich gesunken, wodurch die Szene ständig wachse. Lenz: "Jeder weiß eigentlich heutzutage, wovon er spricht. Das macht den Markt natürlich auch interessant."

Im laufenden Jahr war die Wermelskirchenerin schon mehrfach im Fernsehen zu sehen. Eine Vorabendsendung porträtierte ihr Model-Leben, bei "Take me out" war sie eine der Kandidatinnen. Die Datingshow kommentiert Viviane-Yvette Lenz mit einem Schmunzeln: "Mir war schon klar, dass ich da sehr wahrscheinlich nicht die Liebe meines Lebens finde. Aber es gibt ein Taschengeld und interessant daran ist die TV-Präsenz."

Ihr vorrangiges Ziel sei nun, ihren Bekanntheitsgrad weiter zu steigern, weil dies Model-Aufträge bringe: "Ich stehe am Anfang, meinen Traum zu leben. Ein paar Ziele sind noch offen. Ich will unbedingt mal auf die Titelseite einer Zeitschrift. Und wenn der 'Playboy' ein Fotoshooting mit mir machen will, würde ich das natürlich tun!"

Quelle: RP
 
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