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Wermelskirchen
Anke Schäfers langer Weg zur Schulpfarrerin

Wermelskirchen: Anke Schäfers langer Weg zur Schulpfarrerin
Anke Schäfer studierte nach dem Abitur an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal mit Zwischenstation an der Universität Marburg. FOTO: jürgen Moll (Archiv)
Wermelskirchen. Nach ihrer Konfirmation fasste die 49-Jährige den frühen Entschluss, später selbst aus persönlichen Motiven den Pfarrberuf zu ergreifen. Von Bernd Geisler

Anke Schäfer ist seit 1. März offiziell Schulpfarrerin am Städtischen Leibniz-Gymnasium Remscheid. Das Gymnasium ist ihr nicht unbekannt. Sie hat hier bereits fast vier Jahre lang Religion unterrichtet. "Geändert hat sich am Unterricht natürlich nichts", sagt die frisch gebackene Schulpfarrerin. Nur, dass sie jetzt "drei Chefs" habe: Superintendent Hartmut Demski, Schulreferentin Dagmar Cronjäger und Schulleiter Dr. Thomas Giebisch. Das bedeute ein bisschen mehr Koordinierungsarbeit, alle Termine unter einen Hut zu bringen. Aber das sehe sie gelassen, es sei alles machbar.

Über die offiziell bei der Herbstsynode des Kirchenkreises Lennep eingerichtete Stelle freut sich die 49-Jährige sehr. Damit ist ihr auch berufliche Stabilität gegeben worden. Diese Entwicklung kommt nicht von ungefähr: Die Sommersynode 2015 ernannte die damalige Pastorin (Geistliche ohne Pfarrstelle) Anke Schäfer bereits als Synodalbeauftragte für Kindergottesdienst.

Es zeichnete sich in ihrem Leben schon früh ab: Der Kontakt mit Kindern und Jugendlichen macht ihr Freude. Vielleicht geprägt dadurch, dass sie selbst ab sechs Jahren regelmäßig den Kindergottesdienst besuchte. Sie sagt: "Es war damals schon mein eigener Wunsch." Kein (kirchliches) Wunder also, dass sie nach ihrer Konfirmation bereits den frühen Entschluss fasste, später selbst aus persönlichen Motiven den Pfarrberuf zu ergreifen. "Mein persönliches Verhältnis zu Gott und Jesus war mir bei diesem Entschluss das Wichtigste", sagt sie. Später auf dem Gymnasium vertiefte der sehr gute Religionsunterricht und dabei besonders die Texte des evangelischen Theologen, Schriftstellers und Sozialisten Helmut Gollwitzer, diesen Entschluss. Im Alter von 14 Jahren half Anke bereits mit, den Kindergottesdienst zu gestalten.

Nach dem Abitur studierte sie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal mit Zwischenstation an der Universität Marburg. Ihr 1. Examen schloss sie mit einer Examensarbeit über Kirchengeschichte 1996 ab. "Auch beim Studium dominierte mein persönliches Interesse an der Theologie", sagt sie. Noch sei es unwichtig gewesen, sich um eine entsprechende Arbeitsstelle zu kümmern. Es folgten das Vikariat und die Zeit als "Pfarrerin zur Anstellung" in Velbert-Langenberg bis 2003. Danach stand Anke Schäfer auf der Straße. Die Enttäuschung war groß. "Zeitweise habe ich damals im Apostolischen Glaubensbekenntnis die Worte 'Ich glaube an die heilige christliche Kirche' weggelassen", sagt sie. Sie überbrückte sechs Jahre mit einer Tätigkeit als Religionslehrerin an unterschiedlichen Schulen und einem privaten Berufskolleg. Seit 2009 beschäftigt sie der Kirchenkreis Lennep. Sie unterrichtete an unterschiedlichen Schulen evangelische Religion, bis sie am Leibniz-Gymnasium landete.

Der Unterricht bereitet ihr große Freude: "Mit sehr viel Selbstreflexion", sagt sie. Sie fühlt sich als vollwertiger Bestandteil des Schulkollegiums und ist Mitglied im Kriseninterventionsteam des Gymnasiums. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Seelsorge und das Predigen von der Kanzel. "Ich bin sehr zufrieden", sagt Pfarrerin Anke Schäfer.

Quelle: RP
 
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