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Wermelskirchen
Anwohner drohen mit Initiative gegen Wohnungsbau

Wermelskirchen. In Hilfringhausen formiert sich der Widerstand, dass möglicherweise Flüchtlinge in noch zu bauende Sozialwohnungen ziehen. Von Udo Teifel

Die Willkommenskultur in Wermelskirchen scheint doch nicht so ausgeprägt, wie immer verkündet. In Hilfringhausen machen Anwohner jetzt mobil gegen einen möglichen Standort für sozialen Wohnungsbau, wo möglicherweise auch Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Das teilte gestern Bürgermeister Rainer Bleek auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Im Dezember hatte die Stadtverwaltung verkündet, an der Hilfringhauser Straße Wohnungen mit einem Investor zu bauen, um Flüchtlinge menschenwürdigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. "Bei uns haben sich Anwohner gemeldet, die erklärten, sie würden eine Bürgerinitiative gründen und mit allen Mitteln verhindern, dass dort Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden." Argumentiert worden sei, so Bleek, dass dort eine Haltestelle sei und sie "Angst hätten um ihre Frauen". Gefragt worden sei auch, wer für die Wertminderung der eigenen Häuser aufkomme.

Darüber berichtete Bleek unter anderem im Ältestenrat. "Wir haben 40 Standorte, wo wir bezahlbaren Wohnungsraum entwickeln könnten." Sechs Standorte seien in der engeren Wahl. Darüber werde mit Investoren, wie dem Bauverein oder der Rheinischen-Siedlungsgesellschaft, gesprochen. "Wir werden aber diese Standorte vorher nicht nennen. Das ist die Konsequenz aus Hilfringhausen", sagte Bleek. Informiert werde, wenn man mit Investoren weiter sei. "Dann gibt es eine Bürgerversammlung zum Thema."

Der Bürgermeister versuchte, die Angst der Bürger zu nehmen. "Es wird immer unterstellt, wir wollten in diesen Wohnungen nur Flüchtlinge unterbringen. Das ist falsch und auch der schlechteste Weg." Es solle eine Mieter-Mischung erfolgen - "dort sollen Flüchtlinge unterkommen, aber auch ganz normale andere Mieter, die aus Alt-Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus kommen." In den Altbestand, von wo aus die zumeist deutschen Mieter in die modernen Neubauten einzögen, könnten wiederum Flüchtlinge einziehen. "Diese Mischung macht dann die gewünschte Integration möglich."

Was mit dem Standort Hilfringhausen geschieht, ist noch nicht klar. "Es gibt Investorenideen - von Doppelhäusern bis Geschosswohnungsbau. Da muss noch drüber gesprochen werden."

Quelle: RP
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