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Wermelskirchen
Anwohnern von "Rock am Markt" dröhnen die Bässe ins Wohnzimmer

Wermelskirchen. Erika und Heinz Asel sind fertig mit den Nerven. Sie sitzen in ihrem kleinen Wohnzimmer und haben einen wunderschönen Blick auf den Natur-Weihnachtsbaum. Gerne sitzen sie auf dem Balkon, um diesen Ausblick zu genießen. Doch die Freude ist seit Donnerstag getrübt: Da war der erste Soundcheck von "Rock am Markt" - und den 81-Jährigen hat's fast vom Stuhl gehauen. Von Udo Teifel

Wenigstens 16 Stunden Rockmusik müssen die Bewohner des Claas-Mietshauses an der Oberen Remscheider Straße ertragen. Denn "Rock am Markt" ist umgezogen vom Markt auf den Platz am Weihnachtsbaum. Die Bühne steht aber nicht unterm Weihnachtsbaum, sondern direkt am Wohngebäude. Heinz Asel könnte seinen Kaffee ohne große Mühe vom Balkon aufs Dach der Bühne stellen.

Grund für den Umzug ist der "Top-Act" am heutigen Abend: Die Coverband "Just Pink" braucht Platz - und der ist am Markt nicht vorhanden - dort würde der Verkehr zum Erliegen kommen; zudem würde die Zufahrt zum Krankenhaus nicht mehr gewährleistet sein.

Schon bei der "Bergischen Weihnacht" stand die Bühne auf der Oberen Remscheider Straße direkt am mehrgeschossigen Wohngebäude. Danach gab es laut Asel schon Beschwerden der Mieter - "es ist abgesprochen und uns zugesagt worden, dass vor das Gebäude keine Bühne mehr hinkommt", sagt Erika Asel. Aber Weihnachten sei es im Vergleich zur Probe am Donnerstag leise gewesen. Auch die Vermieterin sei nach ihrer Darstellung empört darüber, dass die Bühne direkt an ihrem Mehrfamilienhaus steht.

15 Mietparteien müssen seit gestern Abend mit der Rockmusik leben. Wie das Ehepaar dies aushalten wollte, wusste es gestern Nachmittag noch nicht. "Wir haben die Bühne ja direkt am Schlafzimmer. Und der Krach geht bestimmt bis Mitternacht."

André Frowein, Geschäftsführer von WiW, kennt die Beschwerde. "Wir haben im Vorfeld die Familie Claas informiert. Und ich habe persönlich einen Brief in jeden Briefkasten geworfen und um Verständnis geworben." Diesen Brief wollen die Asels nicht bekommen haben.

Warum steht die Bühne aber nicht unter dem Baum? Frowein: "Dann hätten wir eine Rundum-Beschallung und würden das Wohngebäude voll treffen." Jetzt werden Lautsprecher benutzt, die punktuell beschallen - der Schall geht damit nach vorn.

Die Sänger trügen abends bei ihrem Auftritt zudem sogenannte In-Ear-Monitorings - damit benötigen sie keine Monitore mehr auf der Bühne. Die würden nur nachmittags von den Bands genutzt.

"Wenn die Musiker ihre Ohrhörer tragen, ist die Beschallung leiser als auf dem Weihnachtsmarkt", sagte gestern Organisator André Frowein im Gespräch mit der BM.

Quelle: RP
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