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Wermelskirchen
Auf dem Weg zur Handball-WM

Wermelskirchen: Auf dem Weg zur Handball-WM
Die Koffer sind gepackt: Heute beginnt für Eloy Morante Maldonado eine Reise, die für den jungen Wermelskirchener ein Meilenstein in seiner Laufbahn werden soll. FOTO: moll
Wermelskirchen. Der Wermelskirchener Eloy Morante Maldonado (19) startete seine Laufbahn beim TuS. In Georgien will er jetzt den Titel bei der U 19-WM holen. Mit der Berufung in den Nationalkader macht er einen großen Schritt Richtung Profi-Sport. Von Stephan Singer

Die Koffer sind seit gestern Nachmittag gepackt. Heute beginnt für Eloy Morante Maldonado eine Reise, die für den jungen Wermelskirchener ein Meilenstein in seiner Laufbahn werden soll. Der Handballspieler startet ins Trainingslager im hessischen Linden, wo sich der U19-Kader der deutschen Nationalmannschaft zur einwöchigen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Georgien trifft. Damit macht der 19-Jährige mit spanischen Wurzeln nach seiner EM-Teilnahme 2016 einen weiteren, großen Sprung in Richtung Profi-Karriere.

Seine ersten, sportlichen Schritte unternahm er beim TuS Wermelskirchen, erst als Vierjähriger beim kindlichen Ballspiel, zwei Jahre später als Handball-Bambini. "Hier wurde seine Begeisterung für diesen Sport geweckt und zeichnete sich sein Talent nach und nach ab", erzählt Vater Juan, der 1970 aus Spanien nach Deutschland kam. Im Rückraum-Mitte übernimmt Eloy Morante Maldonado die wichtige Spielmacherrolle im deutschen U19-Team. "Tore werfe ich auf meiner Position naturgemäß weniger. Ich möchte bei der WM möglichst viele Einsätze haben und meinen Teil zu guten, erfolgreichen Spielen beitragen", beschreibt er sein persönliches Ziel für das Weltturnier, bei dem die deutsche Mannschaft am 8. August in Tiflis das Auftaktspiel gegen Chile bestreitet. Das Ziel sei klar: "Wir wollen Weltmeister werden."

Natürlich habe er gewusst, dass er im Fokus des Trainers stehe. Dennoch mache ihn die Nominierung in den WM-Kader immer noch etwas sprachlos. "Die EM-Teilnahme war schon ein gigantisches Erlebnis, jetzt geht es sogar noch eine Stufe höher", sagt Eloy Morante Maldonado, der seiner Aufgabe gerecht werden will: "Ich möchte etwas erreichen, nicht nur dabei sein." Noch halte sich seine Anspannung in Grenzen, verriet der 19-Jährige gestern, aber: "Die Aufregung kommt vor jedem Spiel, das ist ja nie dasselbe." Da die Reise nach Georgien zu kompliziert (Visumspflicht) und zu weit ist, können Eloys größte Fans dieses Mal nicht mit dabei sein: Seine Freundin, Vater Juan und Schwester Lidia (17 Jahre) bleiben hier. "Bei der EM in Kroatien waren wir dabei", erinnert sich der verwitwete Juan Morante Maldonado gerne an das Großereignis vor zwölf Monaten. Schwester Lidia ist ebenfalls mit dem Handball-Virus infiziert - sie spielt nach ihren Anfängen beim JHC Wermelskirchen inzwischen in Solingen und hat dort den gleichen Trainer, der einst ihren Bruder beim TuS betreute. Eloy Morante Maldonado wechselte von Wermelskirchen nach Opladen, bevor er bei seinem jetzigen Verein TSV Bayer Dormagen unter Vertrag genommen wurde.

Bis zum Saisonende spielte er dort in der A-Jugend und half in der ersten Herren-Mannschaft aus - dort soll es in der kommenden Saison weiter gehen. "Mein Wunsch ist es, Profi-Sportler zu werden", sagt der Bronze-Medaillengewinner bei der U18-EM. Eloy kümmert sich jedoch auch um Bildung neben dem Sport: 2016 schaffte er in Opladen das Abitur, anschließend machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr. Für 2018 steht der Beginn eines Sportmanagement-Studiums auf dem Plan.

"Ich muss täglich weite Wege zurücklegen, da bleibt für andere Hobbys wenig Zeit", erzählt Eloy Morante Maldonado, der ab und zu mit Freunden einfach mal eine Runde kickt. "Meine Familie und Freundin sind mir wichtig. Genauso gebe ich darauf acht, meine Freundschaften zu pflegen", sagt der angehende WM-Handballspieler. Aber wenn er mit seinen Freunden unterwegs sei, dürfe auch mal über etwas anderes als Handball gesprochen werden.

Quelle: RP
 
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