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Wermelskirchen
Auf den Spuren des historischen Nachtwächters in Dhünn

Wermelskirchen. Zum ersten Mal seit fast 200 Jahren war der Nachtwächter am Samstagabend wieder in Dhünn unterwegs. Sein damaliger Verantwortungsbereich: die Dorf Dhünn Rotte, wozu das Dorf Dhünn, die Dhünnsche Mühle und der Hof in der Dhünn gehört. Er musste "in jeder Stunde zweimal die Runde machen, und zwar von der Behausung des Herrn Arnold Jäger durch das ganze Dorf Dhünn, danach über den Hof in der Dhünn und endlich in der Dhünnschen Mühle." Von Bernd Geisler

Allerdings achtete diesmal der Nachtwächter weniger auf "verdächtige Personen", noch musste er "alle Häuser, Ställe, Scheunen und Schoppen ohne Ausnahme rund um besehen". Der Nachtwächter war der Dabringhausener Ulrich Broichhaus. Er ist unter anderem Mitglied im Bergischen Geschichtsverein Abteilung Wermelskirchen. Diese historische Nachtwächterrunde im Rahmen der Bergischen Wanderwoche mit 25 Interessierten durch Dhünn durchzuführen, machte ihm großen Spaß. In der Gestalt des historischen Nachtwächters Johann Wilhelm Steinhaus hielt er sich hauptsächlich an eine Nachtwächtersatzung aus dem Jahr 1820. Selbstverständlich trat Steinhaus auf im "historischen Gewand" und mit "Nachtwächterhorn".

Es gehörte nämlich zu seinen Aufgaben, "in den benannten drey Ortschaften jedesmal durch einen Stoß in das ihm übergeben werdende Allarm Horn Zeichen seines Daseins zu geben".

Broichhaus begann an der Kirche in Dhünn mit einem Hinweis auf den Bergischen Panoramasteig. Dhünn ist ein Etappenziel dieses 244 Kilometer langen Fernwanderweges. Steinhaus begann seine Runde am damaligen Dorfende "bei der Behausung des Herrn Arnold Jäger" - heute die Hausnummer 44 der Hauptstraße. Der Nachtwächter ging danach ans anderen Ende Dhünns zur "Behausung Preyer" - heute Hausnummer 13. Hier musste er wie bei Jäger dreimal ins Horn blasen.

Herbert Heidemeyer, in Dhünn geboren und ältester Teilnehmer, freute sich über Broichhaus Akribie: "So getreu wie möglich." Danach ging's runter zu "In der Dhünn". 1820 führte hier der Weg über Trampelpfade. Von dort dann zur Dhünnschen Mühle, dem Wohnort des Bürgermeisters der Gemeinde Dabringhausen/Dhünn.

Unterwegs wurde jedem klar: Dieser Rundgang "in jeder Stunde zweimal von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens" war unmöglich zu schaffen. Bernd Dettmeyer aus Dabringhausen war begeistert: "Die Führung ist außerordentlich." Und Annerose Luchtenberg, geboren und wohnhaft in Osminghausen, hatte noch etwas dazugelernt: "Dass am unteren Ende von Dhünn die Hauptstraße geteilt war, wusste ich nicht."

Quelle: RP
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