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Wermelskirchen
Auf Entdeckungstour in der Heimat

Wermelskirchen: Auf Entdeckungstour in der Heimat
Die Große Dhünn-Talsperre - hier der Blick von der Vorsperre auf die Wasserfläche - ist die größte Trinkwassertalsperre im Westen der Bundesrepublik. FOTO: Udo Teifel
Wermelskirchen. Am 13. September, dem "Tag des offenen Denkmals", können Bürger historische Schauplätze vor der eigenen Haustür erkunden. Dieses Mal dreht es sich beim Gemeinschaftsprojekt "Expedition Heimat" um die Große Dhünn-Talsperre. Von Jan Dobrick

Wer eine Entdeckungsreise erleben will, muss nicht unbedingt Flüge in den Dschungel buchen. Der französische Schriftsteller Marcel Proust erkannte, dass wahre Entdeckungsreisen nicht darin bestehen, neue Landschaften zu suchen, sondern die bekannten mit anderen Augen zu sehen. Historische Schauplätze vor der eigenen Haustür können Wermelskirchener am Sonntag, 13. September, am "Tag des offenen Denkmals", entdecken. "Expedition Heimat" heißt das Gemeinschaftsprojekt in achter Auflage, bei dem unter acht Leitmotiven in jeder Kommune des Rheinisch-Bergischen Kreises andere Orte präsentiert werden.

Seit 2008 sind die Themen identisch, die Schauplätze wechseln. "Türen, die sonst verschlossen sind, öffnen sich durch dieses Projekt für die Leute", sagt Kreiskulturreferentin Susanne Bonenkamp, die die Aktionen federführend plant. Sie hält ein Poster mit Bildern hoch. "In acht Jahren haben wir am Ende 64 Plätze vorgestellt", sagt Bonenkamp. In Wermelskirchen waren das etwa die Bürgerhäuser, die evangelische Kirche in Dhünn, der Stadtfriedhof, die Neuemühle oder auch die Kattwinkelsche Fabrik. "2016 legen wir eine kreative Pause ein und diskutieren, wie und in welcher Form das Projekt weitergehen kann."

In Wermelskirchen ist das Thema am 13. September "Wälder, Felder, Apfelbäume"; zwei Führungen finden an der Großen Dhünn-Talsperre statt und sind auf 25 Personen je Rundgang begrenzt (Treffpunkt ist der Wanderparkplatz Lindscheid, Anmeldung ist erforderlich, kostenlos). Das Bergische ist reich an Wasser. Unzählige Bäche und Siefen ziehen Furchen in das Land, trieben Mühlen und Hämmer an. Die Nähe der Ballungszentren und der steigende Bedarf an Trinkwasser führten um 1900 zum Bau von Talsperren. Was heute dicht bewaldet ist und natürlich erscheint, war damals ein Eingriff in die Landschaft, der durch den Bau ein neues Gesicht gegeben wurde. Höfe und Weiler versanken in der Talsperre. Inzwischen hat sich das geschützte Reservoir in ein Naturparadies aus Menschenhand entwickelt. "Besucher können ein Blick in den Staudamm werfen, auch die Loosenau wird aufgeschlossen", sagt Bonenkamp.

Kompass und andere Navigationshilfen werden im Rheinisch-Bergischen Kreis nicht gebraucht. Wettergemäße Kleidung und solides Schuhwerk dagegen schon. Um 11.30 Uhr geht's los mit einer Begrüßung, um 11.45 Uhr beginnt Marita Jendrischewski, Expertin für die Geschichte des Dhünntals, mit einer Bilderreise. Der Titel: "Versunkene Landschaft - Hofschaften um den Staudamm". "Ich erzähle im Gebäude des Wupperverbandes interessante Geschichten von den ehemaligen Hofschaften Dhün, Werth, Strünken, Plätzmühle und Pompelbusch", sagt Jendrischewksi. Um 12.45 trägt :aqualon-Geschäftsführer Christoph Hölzer vor ("Zukunft :aqualon - das Dhünntal als Wasserkompetenzregion"), bevor um 13.15 Uhr und um 16 Uhr die Rundgänge beginnen.

Anmeldung unter Tel. 02174 419950 oder per E-Mail an: ipunkt@altenberg-info.de

Quelle: RP
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