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Wermelskirchen
Auf Stippvisite mit dem Baukontrolleur

Wermelskirchen: Auf Stippvisite mit dem Baukontrolleur
Der städtische Baukontrolleur Daniel Angstmann (l.) überprüft das Einfamilienhaus von Bauherr Martin Waldhelm in Halzenberg-Niederhagen. Am 1. August möchte die Familie in ihr neues Eigenheim ziehen. FOTO: Stephan Singer
Wermelskirchen. Daniel Angstmann (41) ist Baukontrolleur bei der Stadt. Er inspiziert zahlreiche Baustellen. "Die Abnahmen sind meist unproblematisch", sagt er. Obwohl Bauherren immer etwas nervös seien. Ein Ortstermin in Halzenberg-Niederhagen. Von Stephan Singer

Wenn ein Bauherr den Besuch eines Herrn von Amts wegen erhält, geht das meist mit wenig Vorfreude und einer gewissen Nervosität einher. Vor Daniel Angstmann braucht aber kein Wermelskirchener Angst zu haben - zumindest dann nicht, wenn er sich an die Vorschriften hält. Und das ist in der Regel der Fall - hart durchgreifen müssen Baukontrolleur Daniel Angstmann und seine Kollegen vom Amt für Stadtentwicklung bei der Stadt Wermelskirchen nur selten. So kann sich auch Bauherr Martin Waldhelm darüber freuen, dass nach der abschließenden Abnahmebegehung seines Einfamilienhaus-Neubaus in Halzenberg-Niederhagen der Baukontrolleur signalisiert: Daumen hoch! Am 1. August will der Bauherr in seinem schmucken Einfamilienhaus wohnen.

Bis zu jedem Einzug müssen mindestens drei behördliche Schritte abgewickelt sein: Zuerst muss die Baugenehmigung erfolgen, dann die Rohbau-Abnahme, bei der vor allem statische Gegebenheiten kontrolliert werden, und schließlich die Abnahmebegehung, nach der ein Bezug des Gebäudes tatsächlich möglich ist. Allerdings: Ein Baukontrolleur wäre kein Baukontrolleur, wenn ihm nicht beim nahezu perfekten Bauverlauf nicht doch noch eine Kleinigkeit aufgefallen wäre: Bei Martin Waldhelm fehlen noch die Rauchmelder. "Das ist aber kein Problem. Für den Bauherrn ist das eine geringe Investition. Rauchmelder sind in allen Neubauten Pflicht, im ganzen Baustress werden sie aber schon mal vergessen", sagt Angstmann. Ihm reicht dafür ein Fotobeweis: "Der Bauherr schickt mir per E-Mail Fotos von den installierten Rauchmeldern - dann ist das in Ordnung." Der Bauherr ist erleichtert. Grundsätzlich sind die meisten Bauabnahmen völlig unproblematisch, berichtet Angstmann, der seit drei Jahren bei der Stadtverwaltung arbeitet. "Aber wenn ich gehe, sind die Leute erleichtert", sagt der 41-jährige Baukontrolleur und lächelt. Die Abnahmebegehung sei von Formalitäten geprägt. So müssen die Bauherren etwa vorlegen, dass eine Dichtigkeitsprüfung des Kanals erfolgte. Klar ist für Angstmann: "Ich habe Regularien, da gibt es keine Unterschiede." Während die Baugenehmigung noch auf Basis von Plänen erfolgt, müssen die Baukontrolleure für alle weiteren Schritte zur Baustelle hinausfahren. Statik und Wärmeschutz sind genauso zu prüfen wie die Frage, ob tatsächlich so gebaut wird, wie in den zuvor genehmigten Plänen angegeben.

Martin Waldhelm, der im September 2015 mit seinem Hausbau begonnen hat, musste beispielsweise einen Fluchtweg mit einer Außentreppe anbauen. Der Grund: Niederhagen liegt außerhalb der von der Feuerwehr in sieben Minuten zu erreichenden Einsatzorte. Solch eine Bedingung wird unmittelbar mit der Baugenehmigung verknüpft.

Kommt es zu einer von Amts wegen erzwungenen Stilllegung einer Baustelle, "sind das nicht immer schöne Sachen", sagt Angstmann. Drei derartige Baustopps hat er in den vergangenen drei Jahren erlebt. Diese gehen häufig am Ende aber dann doch gut: "Es gab einen Fall, da schachtete ein Bauunternehmen für einen Bauherrn bereits den Keller aus, obwohl uns noch nicht der Bauantrag vorlag. Den Antrag reichte der Bauherr schließlich schnell ein, so dass wir den Fortgang der Baustelle dann zügig wieder genehmigen konnten", sagt der Baukontrolleur. Angstmann. Und weiter: "Der Bau beginnt formell mit dem ersten Spatenstich. Daran ist nichts zu deuteln."

Quelle: RP
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