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Wermelskirchen
Aus dem Bergischen zur Sahara-Rallye

Wermelskirchen: Aus dem Bergischen zur Sahara-Rallye
Günther Hagenbücher (l.) und Peter Sterz bei der ersten gemeinsamen Rallye. 2013 belegten sie den ersten Platz in der Klasse der seriennahen Fahrzeuge. FOTO: hagenbücher
Wermelskirchen. Ein Wermelskirchener Trio hat sich vergangene Nacht auf den Weg in Richtung Tunesien zur Rallye "El Chott" aufgemacht. Nach seiner Rückkehr wird es knapp 6000 Kilometer absolviert haben, davon 3500 Kilometer Rallye. Von Stephan Singer

Ab in die Wüste! Vergangene Nacht um 2 Uhr ging es für Günther Hagenbücher und Peter Sterz wieder los in Richtung Tunesien zur Sahara-Rallye "El Chott". Bei ihrer Premiere als Gespann aus Fahrer (Hagenbücher) und Co-Pilot (Sterz) 2013 hatten die Wermelskirchener bei dieser Rallye den ersten Platz in der Kategorie der seriennahen Fahrzeuge belegt - damals noch mit einem Nissan Patrol. Dieses Mal sind die beiden mit Hagenbüchers Ehefrau Irmgard in einem 31 Jahre alten Mercedes-Oldtimer-Geländewagen 300 GD unterwegs.

Irmgard Hagenbücher erlebte ihre erste "El Chott"-Teilnahme mit ihrem Gatten, der seit 1992 zum elften Mal dabei ist, im vergangenen Jahr. Das gemeinsame Ziel des Trios beschreibt Günther Hagenbücher mit den bescheidenen Worten: "Ankommen ist alles, was dabei herauskommt, sehen wir dann!"

Der 70-jährige Hagenbücher hat aus den Jahren seiner "El Chott"-Teilnahmen manch einen Pokal mit nach Hause gebracht: Zu der "Serial Car"-Erstplatzierung 2013 kommen dritte Plätze in der Mannschafts- sowie Einzelwertung 1994 oder 2000 der siebte Platz im Gesamtklassement. Damit ist der im Ruhestand befindliche Kfz-Meister und Gründer der Autowerkstatt an der Altenberger Straße in Dabringhausen ein "alter Hase" bei der Rallye in Tunesien: "In diesem Jahr sind 97 Teilnehmer dabei. Früher waren es mal mehr als 100, zuletzt 2015 wegen der Unruhen nur 35. Das scheint sich wieder zu steigern. Wir sind in Tunesien sicher wie in Abrahams Schoß." Und weiter: "Wir sind im Landesinneren, also nicht in den Tourismusregionen unterwegs. Die Tunesier sind sehr gastfreundlich und nehmen uns vom Feinsten auf." Die Eheleute Hagenbücher und Peter Sterz starten mit der Nummer 701. Wenn sie wieder in Wermelskirchen ankommen haben sie knapp 6000 Kilometer absolviert, allein die Rallye hat eine Distanz von 3500 Kilometer auf Piste und Wüstensand.

"Beim letzten Mal musste ich einen Nachmittag lang den Wagen frei schaufeln", erinnert sich der 52-jährige Kfz-Sachverständige Peter Sterz an das schweißtreibende Unterfangen in der Sahara, wo in dieser Jahreszeit tagsüber 30 bis 35 Grad herrschen. "Nachts sackt es auf sieben Grad herunter - das kommt einem dann vor wie Frost", sagt Hagenbücher. Die Rallye "El Chott" (der Name leitet sich vom Salzwassersee Chott el Djerid ab) besteht aus elf Wertungstagen. Teilnehmer sind Amateure und Semiprofis, die in verschiedenen Kategorien gewertet werden. So gehören seriennahe Fahrzeuge genauso zu den Startern wie Motorräder. "Es gilt, schnellstmöglich verschiedene Koordinaten abzufahren. Per GPS weiß die Rennleitung immer, wo ein Teilnehmer gerade ist", sagt Hagenbücher. Die Teilnehmer übernachten zwischen den Wertungstagen in Hotels oder Fahrerlagern mit Beduinenzelten. Zur Sicherheit haben die drei Wermelskirchener neben einer Notration an Verpflegung und Reservetreibstoff auch ein Ein-Personen-Zelt mit Feldbett an Bord ihrer G-Klasse. "Wird es abends von jetzt auf gleich dunkel und man steckt noch in den Sanddünen, fährt keiner weiter, sondern bleibt, wo er ist. Eine Weiterfahrt wäre lebensgefährlich", sagt Hagenbücher.

Quelle: RP
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