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Wermelskirchen
Aus Müttern sind Großmütter geworden

Wermelskirchen. Der Mütterkreis in Eipringhausen feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Von Theresa Demski

Christa Prinz ist heute 87 Jahre alt. Sie erinnert sich an Zeiten, als in Eipringhausen die Türen unverschlossen blieben. Als jeder noch den anderen kannte. Als sich eine kleine Gruppe von Müttern zusammentat, um im Gemeindehaus in der Kuhle eine eigene Gruppe auf die Beine zu stellen. Zuhause hatten sie Hof und Herd, Kinder und unzählige Aufgaben. Aber jeden zweiten Dienstag im Monat, da trafen sie sich abends, wenn die Arbeit getan war, um im Gemeindehaus ihre eigenen Themen auf den Tisch zu bringen. Inzwischen ist es 40 Jahre her, dass Gertrud Kaiser und Gertrud Knies zum ersten Mal zum Mütterkreis im Gemeindehaus in Eipringhausen einluden. Aus den Müttern von damals sind längst Großmütter geworden. Viele von ihnen sind noch dabei, andere sind schon gestorben und nur wenige neue Mütter haben den Weg in den Kreis gefunden und sind geblieben. "Aber wir sind noch da und wir wollen es auch bleiben", sagt Ilsa Burghoff, die die Gruppe gemeinsam mit Birgit Vieth und Inge Buchholz leitet. Die Jüngste von ihnen ist heute 52, die Älteste ist Christa Prinz. "Wir sind etwas ruhiger geworden", sagt sie, "früher waren wir ständig unterwegs."

Die Frauen sangen an den Türen der Alten und Kranken. Sie verpassten keine Gelegenheit, um zu feiern. Stellten Theaterstücke auf die Beine, probten Sketche und Lieder ein, empfingen Gäste, bastelten und unternahmen jedes Jahr Touren quer durch das Land. Manche der Frauen seien froh gewesen, einfach mal rauszukommen. Andere hätten die Gemeinschaft in der Gemeinde gesucht. Und wieder andere fanden im Mütterkreis eine Möglichkeit, um ihr soziales Engagement auszuleben.

"Bei uns geht es nicht nur ums Feiern, Reisen und Klönen", sagt Christa Prinz. Und dann zitiert sie Gründerin Gertrud Kaiser. Die hatte einst erklärt, als es ihr zu bunt wurde: "Wir sind hier kein Kegelclub, sondern eine Gemeindegruppe." Wenn sich die Themen der Frauen auch verändern, wenn sie an Jahren dazugewonnen haben, ihre Kinder und Enkelkinder haben groß werden sehen und ihren Treffpunkt im vergangenen Jahr vorerst auf den Nachmittag verlegt haben, dann ist eins doch geblieben: Bibelarbeiten sind ihnen wichtig, das Selbstverständnis ein Teil der Eipringhausener Gemeinde zu sein.

Und so werden sie auch wahrgenommen: Die Frauen backen, wenn gebacken werden muss. Sie stehen bereit, wenn in Eipringhausen Unterstützung gesucht wird und sie fliegen immer noch aus. "Sie sind eine Institution bei uns", sagt Pfarrer Manfred Jetter, "und sie sind eine der wenigen treuen Einrichtungen in Eipringhausen."

Heute sind im Haus noch der Missionskreis und der Kindergottesdienst aktiv - und die Mütter. "Unser Name ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten", sagt Ilsa Burghoff, "das klang damals jung." Aber natürlich seien Frauen mit und ohne Kinder in der Gruppe willkommen.

Quelle: RP
 
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