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Wermelskirchen
Azubis entdecken Energiesparpotenziale

Wermelskirchen: Azubis entdecken Energiesparpotenziale
Die Azubis (v. l.) Wiebke Niepmann (20 Jahre), Tim Hartkopf (19), Manuel Mähler (20) und Luca Zimmermann (18) zeigen den neuen Motor an der Pumpanlage. Auf der rechten Seite steht das neue Gerät, daneben das ausrangierte. FOTO: Jürgen Moll
Wermelskirchen. Vier Auszubildende der Firma Ortlinghaus haben sich im Zuge eines IHK-Projekts zu Energie-Experten fortbilden lassen. In der Kühlturmanlage des Familienunternehmens montierten sie jetzt einen energiesparenden Motor. Von Sebastian Bergmann

Stolz haben sich die vier Auszubildenden neben dem blauen Motor aufgestellt. Es ist ihr Verdienst, dass die 1200-Euro-Maschine jetzt in der Pumpanlage für den Kühlturm des Betriebs steht - und dort auf lange Sicht die Energiekosten senken soll. Luca Zimmermann, Manuel Mähler, Wiebke Niepmann und Tim Hartkopf heißen die neuen Energie-Experten der Wermelskirchener Firma Ortlinghaus, die für die Anschaffung gesorgt haben.

Anlässlich eines von der Industrie- und Handelskammer Köln (IHK) initiierten Projekts ließen sich die vier Azubis zu sogenannten "Energiescouts" schulen. Im eigenen Betrieb haben sich die Nachwuchskräfte auf die Suche nach Energiesparmöglichkeiten begeben. Durch die Montage des neuen Motors spart Ortlinghaus in Etwa 1000 Kilowattstunden an Energie pro Jahr. Bis sich die Anschaffung des neuen Geräts allerdings rentiert, dauert es noch ein wenig: Die Ausgaben für den Motor sollen sich in etwa acht Jahren amortisiert haben.

Projektteilnehmer Manuel Mähler, Industriemechaniker im vierten Lehrjahr, sagt: "Wir haben festgestellt, dass der knapp 20 Jahre alte Motor für den Kühlturm, der Kühlwasser in den Kreis pumpt, zu viel Energie frisst. Also haben wir das alte Modell durch einen neuen IE3-Motor, eine besonders energiesparende Maschine, ersetzt." Sein Azubi-Kollege Luca Zimmermann, Elektroniker für Betriebstechnik im dritten Ausbildungsjahr, ergänzt: "Nachdem wir den alten Motor demontiert hatten, haben wir vier mit Hilfe eines Facharbeiters den neuen Motor angeschlossen und konnten anschließend die Werte beider Maschinen miteinander vergleichen."

Bis es jedoch soweit war und der neue Motor eingesetzt werden konnte, besuchten die Azubis zuvor drei eintägige Workshops der IHK, in denen sie lernten, wie Projektideen entwickelt und Energiesparpotenziale im Betrieb aufgedeckt werden können. Zudem erfuhren sie Interessantes über Messtechniken, mit denen sich feststellen lässt, in welchen Bereichen Energie gespart werden kann. Hinzu kamen Ausflüge zum Energieversorgungsunternehmen Rheinenergie und zum Wermelskirchener Rollenhersteller Tente. Darüber hinaus trafen sich die vier Azubis in den vergangenen Monaten arbeitsbegleitend einmal in der Woche, um ihre Idee weiterzuentwickeln.

Am vergangenen Freitag stellten die Projektteilnehmer dann ihre Idee vor einer Jury der IHK vor. An der Veranstaltung in Köln nahmen insgesamt 14 Betriebe und etwa 50 Azubis teil. Am Ende wurden die drei besten Vorschläge gekürt. Und auch wenn die Idee der Ortlinghaus-Azubis nicht unter den besten Drei landete, waren die Energie-Experten sehr zufrieden.

Wiebke Niepmann, technische Produktdesignerin und Projektteilnehmerin, zeigte sich begeistert: "Ich habe vor allem gelernt, wie die verschiedenen Messtechniken funktionieren und wie die Amortisationszeit berechnet wird. Wir vier und auch unsere Firma waren sehr zufrieden mit der Präsentation." Zimmermann ergänzt: "Es hat unglaublich Spaß gemacht, in der Gruppe Ideen zu entwickeln und mit Menschen im Betrieb zusammenarbeiten, zu denen man nicht täglich Kontakt hat."

Stefan Krämer, Energiemanagementbeauftragter der Firma Ortlinghaus, ist sicher, dass vom Projekt sowohl der Betrieb als auch die Azubis profitieren. Er sagt: "Ziel war es, unsere Auszubildenden für Energieeffizienzfragen zu sensibilisieren. Sie sind sehr motiviert an das Projekt herangegangen." Er kann sich vorstellen, dass auch kommendes Jahr wieder Azubis beim Energiescout-Projekt mitmachen.

Quelle: RP
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