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Wermelskirchen
Bagger reißt die Problem-Steine heraus

Wermelskirchen: Bagger reißt die Problem-Steine heraus
Erst werden die Pflastersteine und die Splittschicht abgetragen. Der Bagger arbeitete sich gestern von der Ecke Schillerstraße nach oben vor. FOTO: Hertgen, Nico (hn-)
Wermelskirchen. Seit gestern wird die Fahrbahn der Kölner Straße saniert, die Stadt sperrt die Straße für zwei Wochen. Zunächst werden die schweren Pflastersteine und die Splittschicht entfernt, im Anschluss dann drei Asphaltschichten aufgetragen. Von Sebastian Radermacher

Die Frau eilt an dem Bagger vorbei, hält sich die Ohren zu und schüttelt den Kopf. "Schon wieder eine Baustelle", mag sie denken. Auf der anderen Seite des Absperrgitters auf Höhe des Schuhgeschäfts Schnütgen rammt der Baggerfahrer die Schaufel erneut unter die Plastersteine und reißt diese förmlich aus der Straße. Etwa 15 Steine lässt er von der Schaufel in die Mulde eines hinter dem Bagger stehenden Lkw fallen. Der Lärmpegel ist enorm.

Seit gestern wird die Fahrbahn der Kölner Straße saniert. Für etwa zwei Wochen sperrt die Stadt die Straße komplett. Holger Kotthaus vom Tiefbauamt überwacht die Bauarbeiten. "Der Zeitplan ist sportlich. Wenn das Wetter mitspielt und es keine starken Regenfälle gibt, denke ich, dass die Arbeiten in dieser Zeit auch beendet werden", sagt der städtische Mitarbeiter, als er sich mit seinem Kollegen Manfred Wahlers einen Überblick vor Ort verschafft. In den nächsten Tagen werden erst einmal die etwa 18 Zentimeter dicken Pflastersteine ("Big Stones") - jeder Stein wiegt etwa 15 Kilogramm - sowie die darunter liegende Splittschicht (fünf bis zehn Zentimeter) abgetragen. Zunächst ist der Teil oberhalb der Einmündung zur Schillerstraße an der Reihe, weil dort Vertreter der BEW dringend an Gas- und Wasserleitungen arbeiten müssen. "Die Firma Strabag und die BEW arbeiten Hand in Hand, das funktioniert gut", sagt Kotthaus.

Wenn in einem zweiten Schritt auch im unteren Straßenabschnitt bis zum Markt Steine und Splitt entfernt worden sind, wird komplett neu asphaltiert. Laut Kotthaus werden drei Asphaltschichten aufgetragen. Die Deckschicht wird zum Abschluss mit einem weißen Gestein aus dem Taunus vermischt - damit die Kölner Straße auch optisch "etwas hermacht" und in das allgemeine Erscheinungsbild nach dem Innenstadtumbau passt.

Holger Kotthaus kann verstehen, dass Bürger und auch Einzelhändler bisweilen verärgert sind, weil die Straße schon wieder komplett gesperrt wird. Er stellt aber klar: "Die Baumaßnahme ist dringend notwendig." Fußgänger können die Straße an drei Stellen überqueren. Für die Müllabfuhr richtet die Stadt vier Sammelstellen ein - dort sollen die Anwohner des Bezirks drei ihre (markierten) Mülltonnen heute Abend hinstellen, damit diese morgen geleert werden können.

Polier Alexander Sommer von der Firma Strabag ist zufrieden mit dem Verlauf des ersten Arbeitstages. "Alles läuft ohne Probleme", sagt er, als er mit einer Schippe den Splitt zusammenkratzt. Lediglich ein Auto mit Wuppertaler Kennzeichen bereitet einige Probleme: Das Fahrzeug steht störend in einer Parkbucht - obwohl bereits vor drei Tagen Verbotsschilder aufgestellt worden sind. Kotthaus: "Das Auto muss abgeschleppt werden."

Für die Einzelhändler wird es in den nächsten zwei Wochen womöglich etwas ruhiger. "Fatal ist die Situation für die Paketboten, die nicht vor den Geschäften halten können", sagt Wolfgang Müllenmeister ("Holzwürmchen"). Er habe bereits vor Jahren bezweifelt, dass die Pflastersteine lange halten, "die Baustelle ist ärgerlich, wir müssen jetzt das Beste daraus machen", sagt Müllenmeister.

Quelle: RP
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