| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
Bandenkrieg auf der Bühne in der Katt

Wermelskirchen. Am Wochenende wird das Stück "Die Outsider" gezeigt. Menschen mit und ohne Behinderung stehen auf der Bühne. Von Bernd Geisler

Sie stehen sich gegenüber: die "Greasers" und die "Socs". Es sind zwei Banden, die sich nicht leiden können. Warum? Soziale Unterschiede beherrschen das Denken dieser Gangs. Die einen sind wohlhabend und zeigen es mit ihrer teuren Kleidung. Den anderen ist es anzusehen und anzuhören, dass sie sich so etwas nicht leisten können. So entstehen Konflikte. Schlimm wird es, wenn sich auch noch zarte Bande zwischen einem Socs-Mädchen und einem Greasers-Jungen knüpfen. Kann das gut gehen?

Das Theaterstück "Die Outsider" will nicht nur zeigen, wie es zu Auseinandersetzungen kommen kann. Viel mehr: Es zeigt auch, wohin sie führen können. Konflikte können wachsen. Sie entstehen durch Sorgen. Sie gedeihen auf dem Nährboden des Konkurrenzkampfes, der Eifersucht und der Besserwisserei. Und manchmal entwickeln Konflikte eine Eigendynamik, die nicht mehr zu bremsen ist: Die Masse wird zur schwer kontrollierbaren Macht. So auch hier auf der Bühne der Katt. Der Streit eskaliert.

Es ist ein spannendes Theaterstück. Und ungemein interessant. In diesem Theaterprojekt arbeiten die Glanzstoff-Akademie der inklusiven Künste aus Wuppertal, die Lebenshilfe, die Kattwinkelsche Fabrik und das Sozialpsychiatrische Zentrum Burscheid zusammen. Es ist ein inklusives Projekt - Menschen mit und ohne Behinderung agieren zusammen. Das bedeutet viel Arbeit und intensive Vorbereitungen. Die Gruppe probt bereits seit mehr als einem Jahr einmal in der Woche. Bei der Hauptprobe sind alle acht Schauspieler mit Hingabe bei der Sache. Ihr Alter: 14 bis 43 Jahre. Schauspielerin Mira macht es vor allen Dingen Spaß, mitzuerleben, wie aus Einzelpersonen ein Team wird: "Unser Zusammenhalt ist stark, wir vertrauen und unterstützen uns gegenseitig", sagt sie. Markus Höller von der Glanzstoff-Akademie ist der künstlerische Leiter. Ihm kommt es darauf an, reales Leben widerzuspiegeln: Wie Menschen im Geschehen wachsen oder auch scheitern.

Sabine Kaminsky schrieb den Text in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Susan Eloise Hinton. Kaminsky hat den Schauspielern intensiv zugehört. Aus improvisierten Szenen entstanden Dialoge, die sie in die Rahmenhandlung aufnahm. Dadurch klingen die Texte authentisch und können leichter gelernt werden. Wie geht der Streit zwischen den beiden Gangs aus? Das zeigt das Theaterstück am Samstag, 8. Oktober, 19 Uhr, und am Sonntag, 9. Oktober, 11 Uhr in der Katt. Eintritt: vier Euro.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Bandenkrieg auf der Bühne in der Katt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.