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Wermelskirchen
Bauschutt aus dem Eifgen geholt

Wermelskirchen: Bauschutt aus dem Eifgen geholt
Ralf Magney leert den Speiskübel über der Kippe. Rudi Hachenberg (hinten) dirigiert den Ladekran. FOTO: Moll
Wermelskirchen. Gestern wurde der Tatort "Eifgenbach" gereinigt: Die Firma "Magney Ölwehr" holte in mühevoller Handarbeit den abgeschütteten Dreck aus dem Bach. Die Polizei sucht jetzt nach einem Pritschenwagen, den Zeugen gesehen haben. Von Udo Teifel

In mühevoller Handarbeit ist gestern der illegal entsorgte Bauschutt aus dem Eifgenbach geholt worden. Andreas Fenseler von der Firma "Magney Ölwehr" stand in Gummistiefeln im Bach und schaufelte die Reste einer Fachwerkhaus-Sanierung aus dem Bachbett. Die gute Nachricht gestern: Das Wasser ist nicht mit giftigen Stoffen kontaminiert. Das ist das Ergebnis der Beprobung durch das Kreis-Umweltamt. Ralf Magney: "Wir müssen das Bachbett nicht auskoffern."

Magney, der zusammen mit Rudi Hachenberg (Geschäftsführer der Firma WBV Werkzeug- und Baumaschinen-Vermietung) den Dreck gemeinsam aus dem Eifgen holte, stand die Zeit im Nacken. "Wir müssen heute fertig werden. Wenn's heute Nacht regnet, wird das gesamte Material am Hang ins Eifgen gespült." Er zeigte sich nachmittags zuversichtlich, dass bis in den frühen Abend das Bachbett wie auch die Böschung vom Bauschutt befreit seien.

Am Montagabend gegen 20 Uhr muss ein Unbekannter mit einem Pritschenwagen über die Wanderweg A 3 gefahren sein. Unweit des Zugangs zum Wanderparkplatz kippte er den Bauschutt im Naturschutzgebiet ab - ein Teil blieb auf dem Weg liegen. Später wurde das Umweltvergehen entdeckt: Schalter, Kabeltrommel, Lehm- und Tapetenreste, Stroh - all das holten Magney und sein Mitarbeiter vom Hang und aus dem Bachbett. "Das ist altes bergisches Fachwerk", sagte er und hielt ein Stück Lehmrest in der Hand. Er geht von etwa drei Kubikmetern aus - 1,5 bis 1,8 Tonnen. Da das Material nicht sortenrein ist, gilt der Schutt als Sondermüll - die Tonne legal zu entsorgen kostet übrigens 250 Euro. Rudi Hachenberg ist mit seinem 25 Tonnen schweren Lkw-Ladekran rückwärts bis zur Einsatzstelle auf dem Wanderweg gefahren. Der Kranausleger wurde bis auf acht Meter ausgefahren, so dass der Speiskübel zehn Meter tief runtergelassen wurde, wo ihn Fenseler befüllte. Der Hang wurde mit der Harke mühevoll abgezogen. Die Landschaftsbehörde musste übrigens diesen Einsatz des Lkw freigeben. Magney zitierte gestern das seit 2012 geltende Kreislaufwirtschaftsgesetz. Vor drei Jahren hatte Deutschland sein Abfallgesetz in EU-Recht umgesetzt. Danach wird laut Magney nicht mehr unterschieden in nicht gefährlichen oder gefährlichen Abfall - alle illegalen Entsorgungen sind fortan als gefährlich einzustufen. "Das kostet als Bußgeld nicht mehr bis zu 50 000 Euro, sondern 500 000 Euro", sagte Magney.

Wie jetzt entsorgt wird, wusste Magney gestern nicht. "Vielleicht muss das Material erst sortiert werden."

Das Verfahren hat - als Untere Wasserbehörde - der Kreis an sich gezogen; die Polizei sucht nun nach dem Pritschenwagen. Den hatten zwei Zeugen unabhängig voneinander am Montagabend gesehen. Weder beim Kreis noch bei der Polizei oder der Stadtverwaltung haben sich neue Zeugen gemeldet. Die Ermittlungen dauern an.

Quelle: RP
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