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Wermelskirchen
Bauschutt im Eifgen abgekippt - Verfahren ist noch nicht beendet

Wermelskirchen: Bauschutt im Eifgen abgekippt - Verfahren ist noch nicht beendet
Etwa zwei Tonnen Schutt entsorgte der Mann illegal im August im Eifgen. Kirsten Schulze vom Kreis-Umweltamt und Arne Feldmann (Ordnungsamtsleiter) begutachteten den Schaden. FOTO: Teifel, Udo (tei)
Wermelskirchen. Anhörungsfrist für den Burscheider endet diese Woche. Müssen die Wermelskirchener die Entsorgungskosten über ihre Gebühren bezahlen? Von Udo Teifel

Wermelskirchen hatte im August seinen "Umwelt-Skandal": Ein Burscheider entsorgte wild Baumaterialien im Eifgenbach. Bis heute ist der Umweltsünder noch nicht zur Rechenschaft gezogen worden. Das bestätigte die Kreisverwaltung auf Anfrage. "Das Anhörungsverfahren läuft bis Ende dieser Woche", so Sprecher Alexander Schiele.

Die Wogen schlugen hoch, nachdem der Dreck mehr durch Zufall entdeckt wurde. Der geständige Burscheider war mit einem Pritschenwagen auf den Forst-/Wanderweg A 3 von der Landstraße 157 her gefahren und hatte den Bauschutt über eine rund zehn Meter tiefe Böschung gekippt. Der Dreck war schon im Eifgenbach gelandet. Hätte der Umweltsünder dann noch den Dreckhaufen an der Kippkante den Hang heruntergeschaufelt, wäre dieses Umweltvergehen wohl nie entdeckt - und rechtzeitig entsorgt worden, bevor Regenwasser Spuren und Schutt weggespült hätten.

Der Mann war damals laut Kreis gezielt ins Eifgen gefahren, um den Bauschutt zu entsorgen. Er kannte sich gut aus in Wermelskirchen. Der im Eifgen abgekippte Bauschutt stammt definitiv von der Kernsanierung eines alten Fachwerkhauses. Durch Proben der Baumaterialien und von der Baustelle des Hauses hat die Kreisverwaltung eindeutig nachgewiesen, dass das Material identisch ist. Das Fachwerkhaus befindet sich nicht im Kreisgebiet. Die Kreisverwaltung war dank mehrerer Hinweise von aufmerksamen Zeugen dem Mann auf die Schliche gekommen.

Die Firma "Magney Ölwehr" war von der Stadt Wermelskirchen beauftragt, den Dreck zu entsorgen. Mit einem Ausleger eines Lkw-Ladekrans wurde ein Speiskübel zehn Meter tief heruntergelassen zum Bach, wo ein Mitarbeiter in mühevoller Arbeit das Material in den Behälter schaufelte. Rund zwei Kubikmeter wurden abgefahren.

Dass die Anhörung erst vier Monate nach der Tat stattfindet, hat laut Kreisverwaltung mit einem großen Umweltvergehen im Südkreis zu tun, was viel Personal gebunden hätte. Schiele erklärte, dass es für das Vergehen im Eifgental kein Gerichtsverfahren geben werde. "Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld könnte in einer Höhe von 400 bis 800 Euro liegen."

Zu den Entsorgungskosten konnte die Kreisverwaltung nichts sagen. Schiele: "Das war Sache der Stadt Wermelskirchen." Die Pressestelle der Stadt hingegen hat als "vorermittelnde Behörde aktuell keine Informationen", heißt es in der Antwort auf die BM-Anfrage. Dafür sei das Amt für Umweltschutz in Bergisch Gladbach zuständig.

Nach BM-Informationen soll der Entsorgungseinsatz etwas über 1000 Euro gekostet haben, die Rechnung soll gestellt worden sein - interpretiert man die Antwort der Stadtverwaltung, wird wohl dem Verursacher damit keine Rechnung gestellt. Dann zahlt dies der Gebührenzahler aus dem großen Topf.

Quelle: RP
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