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Wermelskirchen
Bauverein investiert jährlich 1,5 Mio. Euro

Wermelskirchen. Das neue Wiel-Quartiert ist sicher das Aushängeschild des Gemeinnützigen Bauvereins. Doch Vorstand und Aufsichtsrat blicken nach vorn: Zwei Neubauprojekte sind geplant, für Tente sogar Reihenhäuser. Von Udo Teifel

In den vergangenen sechseinhalb Jahren hat der Gemeinnützige Bauverein Wermelskirchen rund 14 Millionen Euro investiert - in den Kauf von Bau- und Erbbaugrundstücken, in Neubauten und in die Modernisierung. Allein 2015 brachte der Verein 1,5 Millionen Euro für Sanierung und laufende Instandhaltung der Wohnungen auf. Und bei alledem kann dieses gesunde gemeinnützige Unternehmen noch eine Dividende von vier Prozent auf das Geschäftsguthaben an die Mitglieder ausschütten. Das sind immerhin insgesamt 31.166,40 Euro.

Das hörten die Männer und Frauen auf der Mitgliederversammlung im Nachbarschaftstreff des Wiel-Quartiers gern. Und auch die übrigen Nachrichten, die der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Garnich und die Vorstandsmitglieder Werner Geismann, Siegmund Janetzko und Andreas Weger mitteilten, geben Anlass zur Zuversicht.

Bei seinem Lagebericht zu 2015 erklärte Geismann, dass die Nachfrage vor allem nach Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen mit Balkon unverändert groß sei. Im Berichtsjahr hätten 45 Mieter ihre Wohnungen verlassen; "wir hatten durch diesen Leerstand eine Erlösschmälerung von rund 100.000 Euro". Gleichzeitig würden alle frei werdenden Wohnungen saniert, besondern im Elektro- und Sanitärbereich. Zurzeit würden vier Wohnungen saniert, sechs ständen leer - die Gebäude an der Königsberger Straße 5/7 ständen vor dem Abriss. Dort sei noch eine Wohnung besetzt. Genaue Baupläne würden derzeit im Vorstand diskutiert.

800.000 Euro investierte der Bauverein in 2015 allein in die Sanierung des bestehenden Bestandes, rund 700.000 Euro wurden für laufende Instandhaltungsmaßnahmen aufgewandt. Trotz dieser hohen Investitionen erwirtschaftete der Bauverein für 2015 einen Jahresüberschuss von 207.000 Euro, berichtete Geismann. 2014 lag er bei 96.000 Euro. Fürs laufende Jahr rechnet er bei einem ähnlich hohen Investitionsvolumen von einem Überschuss von bis zu 150.000 Euro. Das Eigenkapital wurde um 250.000 Euro auf 10,8 Millionen Euro erhöht, die Eigenkapitalquote liegt bei 65 Prozent. Geismann zufrieden: "Wir können unsere Vermögenslage als geordnet bezeichnen." Entsprechend wurden Vorstand und Aufsichtsrat von den Mitgliedern auch entlastet.

Dem Bauverein ist bewusst, dass immer mehr Alleinerziehende mit einem Kind oder mehreren nach bezahlbaren Wohnungen suchen. 50 bis 60 Quadratmeter seien besonders gefragt. Vorstand Andreas Weger: "Uns ist das Problem der kinderreichen Familien bekannt. Wir sind bestrebt, bei künftigen Bauvorhaben eine vernünftige Durchmischung der Wohnungsgrößen zu erreichen und werden Zwei- bis Vierzimmerwohnungen bauen." Hier auch an der Königsberger Straße.

Ein weiteres Bauprojekt liegt in Tente. Für dort gibt es eine Bauvoranfrage. Geplant sind Reihenhäuser.

Neues Aufsichtsratmitglied ist Matthias Wirtz. Er übernimmt das Mandat für die Stadt Wermelskirchen, die mit 300 Anteilen größter Anteilseigner am Bauverein ist, aber weder im Vorstand noch im Aufsichtsrat einen Sitz hatte. Wirtz ist bei der Kreissparkasse Köln Leiter der Abteilung Research und dort zuständig im Immobilienbereich für die Marktentwicklung. Bestätigt wurden als Aufsichtsratmitglieder Rudi Großmann und Carmen Weber.

Verabschiedet wurde aus dem Vorstand Ulrich Mahlkow, der seit 2010 im Vorstand mitgewirkt hatte, vorher zweieinhalb Jahre im Aufsichtsrat.

Quelle: RP
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