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Wermelskirchen
Begeistertes Publikum fordert Zugabe

Wermelskirchen. Das Sinfonieorchester Wermelskirchen bot ein stimmungsvolles Adventskonzert in der evangelischen Stadtkirche. Das anspruchsvolle Programm spielten die Musiker mit Leidenschaft und Schwung. Von Wolfgang Weitzdörfer

Draußen war es winterlich kalt. In der Stadtkirche am Markt, die am Samstagnachmittag bis zur letzten Reihe gefüllt war, war es hingegen angenehm warm, als um 16 Uhr das diesjährige Adventskonzert des Sinfonieorchesters der Musikgemeinde Wermelskirchen begann.

Den Auftakt machte das neue Bläserensemble der Musikschule unter der Leitung von Heike Siemers. Für die jungen Musiker zwischen sieben und 19 Jahren, die erst seit März dieses Jahres zusammenspielen, war es einer der ersten Auftritte überhaupt. Von Nervosität war hingegen nichts zu spüren. Und auch wenn noch nicht jeder Ton saß, machte es Freude, dem musikalischen Nachwuchs bei Songs wie "Skyfall" von Adele oder dem Titelsong aus dem Walt-Disney-Klassiker "Die Schöne und das Biest" zuzuhören. Der Rest des gut einstündigen Programms, das nun vom Sinfonieorchester bestritten wurde, war indes rein klassisch geprägt. Am Anfang stand der wohl berühmteste und bekannteste Kanon der Musikgeschichte - natürlich jener von Johann Pachelbel.

Dirigent Reinhold Felthaus geleitete seine Musiker sicher durch die sich stetig dahinschlängelnden und wiederholenden Tonfolgen. Ebenfalls im Barock verhaftet war das zweite Stück des Nachmittags: das achte Concerto grosso in g-Moll von Arcangelo Corelli. Das Pastorale daraus hatte wohl jeder schon einmal gehört, nur wenige Musikstücke verbindet man derart intensiv mit Advent und Weihnachten, wie eben jenes Pastorale, das vom Orchester in der kleinen Streicher-Besetzung geboten wurde. Einen Ausflug in die Spätromantik wagte das Sinfonieorchester, jetzt in großer Besetzung, dann mit der "Romanze" für Viola in F-Dur des Komponisten Max Bruch. An der Solo-Bratsche überzeugte David Hecker, der neben seiner Konzerttätigkeit auch noch die Wermelskirchener Musikschule leitet. Der volle, warme Klang des Instruments begeisterte das Publikum und riss es zu wahren Begeisterungsstürmen hin.

Klar, dass Hecker da noch eine kleine Zugabe geben musste: Ein kleines, verspieltes Solo-Stück machte die ganze Virtuosität des Musikers deutlich. Das Sinfonieorchester war schließlich mit der Sinfonie Nr. 1, der "Symphonie classique", in D-Dur von Sergei Sergejewitsch Projofjew endgültig in der Moderne angekommen. Mit großer Leidenschaft und jeder Menge Schwung spielten die Musiker das 1918 uraufgeführte Werk. Und weil das Publikum danach noch nicht genug hatte, durfte auch das Orchester noch eine Zugabe geben.

Quelle: RP
 
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