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Wermelskirchen
Behandlung für Parvin Dehnavi Simiroumi startet

Wermelskirchen: Behandlung für Parvin Dehnavi Simiroumi startet
Die Familie von Parvin Dehnavi Simiroumi hofft, dass die Therapie in München anschlägt. FOTO: singer
Wermelskirchen. Die Spendenbereitschaft der Menschen ist enorm: Innerhalb von einer Woche kamen fast 25.000 Euro zusammen.

Gestern haben sie sich auf den Weg nach München gemacht, um die letzte Therapiemöglichkeit auszuschöpfen. Mit einem von Tochter Bianca Sapideh Alipour federführend organisierten Spendenaufruf hatte Parvin Dehnavi Simiroumi vergangene Woche für Aufsehen gesorgt. Die an Lymphknotenkrebs erkrankte 54-Jährige benötigt 28.700 Euro, um sich einer Protonenbestrahlung zu unterziehen, deren Kosten die Krankenkasse nicht übernimmt. Innerhalb von einer Woche kamen unter dem Motto "Mama schafft das" fast 25.000 Euro für die vierfache Mutter und Oma zusammen.

Parvin Dehnavi gilt nach der Diagnose im Frühjahr 2016 und nach mehreren ambulanten sowie stationären Chemotherapien, die alle keine Wirkung zeigten, als Palliativfall. Letzte Hoffnung für die Patientin, ihre Kinder und deren Familien bietet nur noch eine teure Protonenbestrahlung, die gezielter als eine herkömmliche Photonenbestrahlung arbeitet und umliegendes Gewebe sowie benachbarte Organe schont. Vor allem der Halslymphknoten hat sich in den vergangenen Monaten explosionsartig vergrößert - Schluck- und Atmungsbeschwerden sind die Folge, ebenso fordern die Nebenwirkungen der Chemobehandlungen ihren Tribut.

"Mama ist von einer sehr aggressiven Krebsform betroffen, die Teilungsrate der Zellen beträgt 70 Prozent", sagt Bianca Alipour. Deshalb sei der Zeitdruck immens. Die 29-Jährige lässt zurzeit ihr Studium der Wirtschaftswissenschaften ruhen, um sich um die Mutter kümmern zu können, sie steht Parvin Dehnavi auch in München zur Seite. "Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen mit einer Spende ihre Hilfsbereitschaft gezeigt haben. Das ist ein Zeichen von Menschlichkeit", sagte Bianca Alipour gestern vor der Abreise nach München. Der Zuspruch habe der Patientin viel mentale Kraft gegeben. "Körperlich geht es Mama allerdings schlecht. Sie ist schwach. Nach jeder kleinen Bewegung fühlt sie sich, als sei sie einen Marathon gelaufen", schildert Bianca Alipour die Situation.

Dass die Therapie in München keine Erfolgsgarantie mit sich bringt, ist den Angehörigen klar. "Wir wollen jede Möglichkeit nutzen und keine Chance auslassen. Und die Mediziner des Rinecker Proton Therapy Centers in München sehen eine Chance, sonst hätten sie die Behandlung wohl abgelehnt", sagt Bianca Alipour zuversichtlich. "Gott sei dank ist der Bestrahlungstermin in Aussicht, das Institut ist uns sogar bei der Anzahlung entgegengekommen, so dass wir unsere Spendenaktion verlängern konnten." Die Familie hofft, dass Spendenziel zu erreichen, denn neben den reinen Therapiekosten muss sie die Reise- und Unterbringungskosten berappen. "Wir wollen unserer Mutter so viel Lebenszeit wie möglich verschaffen. Nur Gott entscheidet, wie lang das ist", sagt die Tochter.

Spenden Unter dem Verwendungszweck "Mama schafft das" können Spenden auf das Konto von Parvin Dehnavi, IBAN DE04 3405 1570 0000 5103 54 eingezahlt werden. Online funktioniert das über www.leetchi.com/c/soziales-von-parvin-dehnavi

(sng)
 
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