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Wermelskirchen
Beirat lehnt die Urwahl ab: "Antrag zurückziehen"

Wermelskirchen. Der Beirat für Menschen mit Behinderung hat jetzt die WNKUWG-Fraktion aufgefordert, ihren Dringlichkeitsantrag zur heutigen Ratssitzung über die Urwahl des Beirates zurückzuziehen. Dieser Dringlichkeitsantrag sorgt schon dafür, dass die für den 22. September geplante Aufstellung des Beirates verschoben werden musste. Von Udo Teifel

Wenn über den Antrag heute abgestimmt werden muss, würde es frühestens im Dezember zur Konstituierung des Beirates kommen. Sollte der Antrag zurückgezogen werden, wird zwar der Termin 22. September nicht mehr eingehalten werden können - vielleicht klappt es aber noch vor den Herbstferien.

WNKUWG will ein neues Verfahren durchsetzen - eine Urwahl. Alle Menschen mit Behinderung hätten die Möglichkeit, unter "Wahrung des Datenschutzes diskriminierungsfrei" teilzunehmen und vom Wahlrecht Gebrauch zu machen. Der Antrag war von Ratsmitglied Thorn Seidel gestellt und wird von seiner Fraktion unterstützt. Seidel war früher Mitglied der Linken und hatte 2014 schon einmal diesen Antrag gestellt - er war mit Stimmen der WNKUWG abgelehnt worden. Damals hatte sich auch der Beirat schon dagegen ausgesprochen.

Der Wermelskirchener Beirat steht vor seiner dritten Konstituierung. Wohlfahrtsverbände und Selbsthilfegruppen werden aufgefordert, Mitglieder zu entsenden. So ist das Verfahren. Sind es mehr als elf Personen, wird das elfköpfige Gremium aus diesem Kreis gewählt; es wählt aus seiner Mitte in der konstituierenden Sitzung den Vorsitzenden. In den fast 15 Jahren, seit das Gremium - mit fest verankerter Satzung - arbeitet, hat dies immer funktioniert. Und die Beiratsmitglieder wollen so weiter tätig sein. Erhard Mayland: "Wir haben seit zehn Jahren gute Erfahrungen mit unserer Satzung. Das von der WNKUWG vorgeschlagene Verfahren der Stadt Lohmar hat eine völlig unausgereifte Satzung, die nicht praktikabel ist. Wir arbeiten nach dem Behindertengleichstellungsgesetz."

Andreas Willinghöfer ging weiter: Es sei diffamierend, wenn sich Behinderte erst in Wahlunterlagen eintragen müssten. Deshalb forderte auch Klaus Klophaus die WNKUWG auf, den Antrag zurückzuziehen, damit der Beirat "ungestört weiterarbeiten" könne. Dieser Empfehlung folgte der Beirat einstimmig.

Quelle: RP
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