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Wermelskirchen
Beratungsstelle mit neuen Angeboten

Wermelskirchen. Die bisher als Psychologische Beratungsstelle bekannte Institution an der Jahnstraße 20 hat sich umbenannt: Ab sofort firmiert die Einrichtung unter dem sperrigen Namen Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (BfEKJ). Mit der neuen Namensgebung ändert sich nicht der Auftrag, der nach dem Sozialgesetzbuch die "klassische Erziehungsberatung" ist, wie Leiterin Birgit Ludwig-Schieffers unterstreicht, aber der Begriff "Psychologisch" stelle eine Hemmschwelle dar. Im Zeichen von ständigem gesellschaftlichem Wandel ist Prävention nach wie vor ein nennenswerter Schwerpunkt der Einrichtung, die in diesem Sinne drei neue Angebote einführt und wiederbelebt. Von Stephan Singer

"Wir sind nicht mehr für Burscheid zuständig. Das hat Ressourcen freigesetzt. So können wir den Bereich ,Frühe Hilfe' verstärken und Präventionsprojekte ausbauen", fasst Birgit Ludwig-Schieffers die neuen Aktivitäten zusammen. Für eines dieser Angebote musste die Leiterin sogar eine Ausbildung absolvieren: Das Kursprogramm "Safe" (Abkürzung für "Sichere Ausbildung für Eltern") setzt bereits in der Schwangerschaft an und "richtet sich an jeden" (Ludwig-Schieffers).

"Safe" soll Eltern helfen, eine richtige Beziehung zu ihrem Kind aufzubauen. "Eltern, die dieses Programm durchlaufen haben, können dem Kind eine sichere Bindung geben. Das ist wissenschaftlich belegt", beschreibt die Leiterin. Und Jugendamtsleiterin Barbara Frank fügt hinzu: "Es geht darum, dass das Kind das Ur-Vertrauen bildet, auf dem man sein Leben lang aufbaut." Dazu sei es beispielsweise wichtig, als Eltern nicht dem Irrglauben zu unterliegen, ein schreiendes Kind könne man ruhig hinlegen, weil das die Lungen stärke. "Das gilt manchen immer noch als Wissen, ist aber schädlich für das Kind", betont Ludwig-Schieffers: "Eltern erkennen heute kindliche Bedürfnisse nicht mehr. Mütter fühlen sich alleine."

Den Hintergrund beschreibt Barbara Frank: "Es gibt kaum noch Mehr-Generationen-Wohnen. Also fehlen jungen Müttern die Omas und Tanten als Ratgeber."

Die Inhalte von "Safe" werden in zehn Gruppentreffen jeweils samstags vermittelt. Die Teilnahmegebühr beträgt 200 Euro. "Ich bin sehr gespannt, wie dieses wichtige Angebot angenommen wird", sagt Birgit Ludwig-Schieffers in der Hoffnung auf viele Anmeldungen. Völlig kostenfrei und ebenfalls neu ist die Babysprechstunde für werdende Eltern sowie Familien mit Säuglingen und Kleinkindern an jedem Montag zwischen 9 und 10.30 Uhr in der Beratungsstelle an der Jahnstraße 20. "Wir sind offen für alle Fragen und Probleme. Egal ob es um Entlastung, die Entwicklung des Babys, Paarkonflikte oder darum geht, die Kinder besser zu verstehen", heißt es.

Altbekannt ist das FuN-Programm, wobei FuN für "Familie und Nachbarschaft" steht und die Stärkung des inneren Zusammenhalts der Familie und die Stärkung der Familie im sozialen Umfeld zum Ziel hat. Wiederbelebt wird der Kursus "FuN-Baby" für Mütter und Väter sowie ihre Babys im Alter bis 18 Monaten. Der nächste mit acht Terminen startet am 24. Oktober. "Hierfür liegen uns bereits Anmeldungen vor", sagt Birgit Ludwig-Schieffers erfreut über die Resonanz.

Kontakt Telefon 02196 / 1022

Quelle: RP
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