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Wermelskirchen
Bestattungswesen auf dem Prüfstand

Wermelskirchen. Der Beschluss für die Gebühren 2016 steht. Geprüft wird im nächsten Jahr, ob die Friedhöfe womöglich wirtschaftlicher betrieben werden können.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen Bestattungsgebühren einstimmig beschlossen. Der Stadtrat wird am Montag diesen Beschluss bestätigen. Der Gebührenbedarf steigt um 38.000 Euro, dabei spielen vor allem Personalkosten und Kosten für Gebäudeunterhaltung eine Rolle. Um eine Kostendeckung zu erreichen, ist bei den Bestattungsgebühren eine Erhöhung von zwölf bis 16 Prozent erforderlich.

Vor der Beschlussfassung gab es nur eine Nachfrage, Manfred Schmitz-Mohr (Bürgerforum) wollte wissen: "Wieso wird die Bestattungsgebühr für die Aschestreuwiese um 131 Prozent auf 247 Euro erhöht?" Das Verstreuen der Asche auf einer Wiese des Waldfriedhofs Vorm Eickerberg ist erst seit etwa einem Jahr möglich. Kämmerer Bernd Hibst erläuterte, dass die Gebühr für die Aschestreuwiese nach einem politischen Beschluss sehr kurzfristig festgesetzt werden musste. "Wir haben jetzt festgestellt, dass ein paar Kosten nicht richtig ermittelt worden sind, daher erfolgt die Anpassung", sagte der Kämmerer. Die Gebühr von 247 Euro (so viel kostet auch eine Urnenbestattung) sei angemessen, denn die Bestattung auf einer Aschestreuwiese sei aufwendig. Die Asche müsse eingeschlämmt, die Wiese anschließend nachgewässert werden, erklärte Hibst. Zudem müsse die Wiese gepflegt werden.

Bürgermeister Rainer Bleek merkte an, dass man vor allem die Nutzung des Waldfriedhofs noch einmal überprüfen sollte. "Eventuell könnte man die Größe des Friedhofs reduzieren. Es gibt Stellen, die dort nicht so gut genutzt werden", meinte Bleek. Dieser Aussage stimmte Jürgen Manderla (FDP) zu. Im unteren Teil würden teilweise nur noch fünf, sechs Grabstellen genutzt. "Wenn dort zurückgebaut wird, kann ich meinen Hund dort frei herumlaufen lassen", sagte Manderla, der damit einige Lacher auf seiner Seite hatte.

Manfred Schmitz-Mohr kritisierte, dass ein Teil des Waldfriedhofs, der fast leer war, mittlerweile wieder neu belegt werde. "Das ist doch nicht wirtschaftlich." Kämmerer Hibst kündigte darauf hin an, dass das gesamte Thema Bestattungswesen im nächsten Jahr noch einmal auf den Prüfstand komme. "Wir werden alles umfassend prüfen und schauen, ob sich da wirtschaftlich etwas machen lässt."

(ser)
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