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Wermelskirchen
Bestürzung über AfD-Wahlergebnis

Wermelskirchen. Nach den Landtagswahlen mit teils hohen Gewinnen für die AfD in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt herrscht gerade bei den alteingesessenen Volksparteien große Ratlosigkeit, wie es dazu kommen konnte. Diese Stimmung ist bei Nachfrage auch bei den lokalen Politikern zu bemerken - auch wenn sie nicht der Meinung sind, dass die AfD nun auch in Wermelskirchen erstarken könnte.

"Ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird", sagt der CDU-Vorsitzende Christian Klicki. Und auch die SPD-Vorsitzende Petra Weber sieht es ähnlich: "Ich denke, dass dieser Fall hier vor Ort eher nicht eintreten wird." Dennoch fordert sie, dass man nun die entsprechenden Konsequenzen aus den Ergebnissen ziehe und sich wieder auf das eigentliche Wichtige konzentriere: "Es geht letztendlich darum, dass wir nicht gegen die AfD Politik machen, sondern wieder mit den Menschen reden und ihnen ihre Ängste nehmen müssen."

So argumentiert auch Klicki: "Es ist natürlich besorgniserregend, wenn sich eine Partei rechts von der CDU derart etablieren kann. Die Gründe dafür gilt es nun zu analysieren. Das geschieht aber auf anderen Ebenen. Für uns vor Ort gilt, dass wir als Volkspartei die Sorgen der Menschen in Wermelskirchen nun noch ernster nehmen müssen. Wir müssen ein offenes Ohr für sie haben und zeigen, dass wir Lösungen finden können." Die Antworten auf die Flüchtlingsfrage könnten allerdings nur auf europäischer Ebene gefunden werden.

Bei der AfD Wermelskirchen ist man ob der Wahlergebnisse natürlich erfreut, verfällt aber auch nicht in überschwängliche Euphorie. "So ein Ergebnis hat natürlich eine positive Tendenz auch vor Ort zur Folge, da erkennbar wurde, dass wir vor allem die Wähler der politischen Mitte überzeugen konnten. Wir werden aber keine großen Sprünge wagen, alles weiter behutsam angehen und uns natürlich auch konstruktiv im Stadtrat einbringen", sagt der Ortsparteivorsitzende Joachim Hans Lietzmann. Dazu gehöre auch, sich in aller Ruhe weiterzuentwickeln und ein solides Fundament zu errichten. "Solche Zahlen wie jetzt in Sachsen-Anhalt könnten wir personell auch noch gar nicht verkraften."

(p-m)
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