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Wermelskirchen
"Beverly"-Ruine verschwindet endgültig

Wermelskirchen: "Beverly"-Ruine verschwindet endgültig
Auf dem Areal des ehemaligen "Beverly" wird zurzeit gebaggert. Teile des Brandschutts sind mit Schadstoffen belastet. FOTO: Martin Kempner
Wermelskirchen. Die teilweise kontaminierten Brandreste des ehemaligen Swingerclubs in Burg werden zurzeit abgetragen und entsorgt. Was anstelle des 2014 bei einem Großfeuer vernichteten Etablissements entstehen soll, ist aber weiter unklar. Von Martin Oberpriller

Über eineinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand in dem Swingerclub "Beverly" in Unterburg werden jetzt die letzten Erinnerungen an das alte Etablissement getilgt. Seit dieser Woche laufen an der Eschbachstraße die endgültigen Abrissarbeiten an der Ruine. Das bestätigte jetzt eine Sprecherin der Stadt Solingen auf Nachfrage unserer Redaktion.

Zuletzt hatten Gespräche zwischen Stadtdirektor Hartmut Hoferichter, Bürgermeister Carsten Voigt sowie einem Bevollmächtigten der Grundstückseigentümer zu der Zukunft des Geländes stattgefunden. "Dabei wurde verabredet, dass die Trümmer nun beseitigt werden sollen", berichtete Voigt, der auch CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat sowie Bürger von Burg ist, von dem Treffen. Zuvor hatte die Stadt den Eigentümern eine Frist gestellt, innerhalb der sie für das Abtragen der Gebäudereste zu sorgen hätten.

Mit dem nun begonnenen Abriss neigen sich also die Tage der hässlichen Ruine an der nördlichen Ortsausfahrt von Unterburg ihrem Ende entgegen. Doch abseits dessen bleibt bis auf Weiteres vollkommen unklar, wie es nach dem Abtransport des Schutts weitergeht. "Das steht noch nicht fest", hieß es aus dem Solinger Rathaus, wo die Verantwortlichen darauf hinweisen, dass bei dieser Frage zunächst die Besitzer des Trümmergrundstücks am Zuge seien. "Wie die Fläche später genutzt wird, müssen die Eigentümer entscheiden", sagte die Stadtsprecherin, die betonte, es gebe noch keine diesbezüglichen, bei der Verwaltung bekannten Pläne.

In Unterburg selbst sind die Anwohner derweil froh, dass sich nach vielen Monaten des Stillstandes an dem Schandfleck endlich etwas tut. "Dabei ist es zunächst einmal nicht so wichtig, was dort in Zukunft entstehen wird", fasste Carsten Voigt die Stimmungslage im Stadtteil zusammen - zumal etliche andere Bürger in Burg damit rechnen, dass ein neuer Swingerclub schlussendlich ohnehin an den heutzutage weit höheren Auflagen scheitern könnte.

Tatsächlich hatte das alte "Beverly" früher einmal als eine der "Hauptattraktionen" in Unterburg gegolten. Den Erotik-Club besuchten teilweise Gäste, die von weit außerhalb Solingens in die Klingenstadt kamen - ehe dieses Verkehrsaufkommen in einer verhängnisvollen Nacht vor knapp zwei Jahren ein abruptes Ende fand. In den frühen Morgenstunden des 9. November 2014 zerstörte ein Großfeuer das bekannte Etablissement bis auf die Grundmauern.

Ein Mann, der in dem Swingerclub Partys veranstaltet hatte, verschüttete damals aus Wut über ausstehende Zahlungen Benzin in den Räumlichkeiten und zündete das Gebäude an. Einigen Menschen, die sich zum Tatzeitpunkt in dem Haus aufhielten, gelang es erst in sprichwörtlich letzter Sekunde, sich vor den Flammen zu retten. Die Schwurgerichtskammer des Wuppertaler Landgerichts verurteilte den teilweise geständigen Brandstifter im August vergangenen Jahres wegen schwerer Brandstiftung sowie versuchten Mordes schließlich zu neun Jahren Haft. Im Gegensatz zu der rechtlichen Aufarbeitung des Feuers tat sich an der Ruine selbst aber lange Zeit nichts. Zwar wurde das noch in Resten stehende Gebäude Monate nach dem Brand fast vollständig abgerissen, so dass allen baurechtlichen Forderungen zunächst einmal Genüge getan zu sein schien.

Gleichwohl blieben die verbliebenen Schuttreste ein Makel für Unterburg - wobei sich später zudem einige Brandrückstände sogar als kontaminiert erwiesen. Aus diesem Grund erhöhte die Stadt zuletzt den Druck auf die Eigentümer. Das Rathaus setzte den Besitzern die besagte Frist zum Abräumen des Schutts, so dass es am Ende zu den Verhandlungen bezüglich der Beseitigung kam. Mit dem Entfernen der "Beverly"-Überreste werden die Arbeiten jedoch noch nicht in Gänze erledigt sein. "Die Brandrückstände der Ruine werden anschließend entsorgt", hieß es aus der Stadtverwaltung. "Wir befinden uns diesbezüglich auf einem guten Weg", sagte die Rathaus-Sprecherin, die zudem darauf verwies, die Beseitigung der Trümmer stehe in keinem Zusammenhang mit den Bauarbeiten, die seit kurzem in Burg laufen. "Das hat damit nichts zu tun", betonte die Sprecherin.

Ab nächster Woche soll beispielsweise die Mühlendammbrücke abgerissen werden. Für diese wurde vor einigen Tagen bereits eine Ersatzbrücke in der Nähe des "Beverly" errichtet.

Quelle: RP
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