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Sylvia Wimmershoff Und Thilo Mücher
"Bildung verbindet" am Berufskolleg

Sylvia Wimmershoff Und Thilo Mücher: "Bildung verbindet" am Berufskolleg
Schulleiterin Sylvia Wimmershoff und ihr Stellvertreter Thilo Mücher bereiten derzeit, zusammen mit dem Kollegium, die Fusion der Berufskollegs in Wipperfürth und Wermelskirchen vor. Die wird am 1. Februar in die Tat umgesetzt. FOTO: J. Moll
Wermelskirchen. Im Februar 2017 fusionieren die Berufskollegs Wermelskirchen und Wipperfürth und bilden das neue Bergische Berufskolleg. Für Schulleiterin Sylvia Wimmershoff und Stellvertreter Thilo Mücher bedeutet das viel Arbeit - aber auch großes Potenzial.

Frau Wimmershoff, wann und warum kam die Idee zur Fusion der beiden Berufskollegs überhaupt auf?

Wimmershoff Ich habe davon vor etwa zweieinhalb Jahren erfahren. Damals hatte der Oberbergische Kreis einen Schulentwicklungsplan in Auftrag gegeben, in dem dieser Schritt deutlich empfohlen wurde. Auch die Bezirksregierung begrüßte das Vorhaben. Grund dafür ist die demografische Entwicklung, die zu diesem Zeitpunkt sinkende Schülerzahlen für die Zukunft prognostiziert hat.

Was haben Sie gedacht, als Sie zum ersten Mal von der geplanten Fusion gehört haben?

Wimmershoff Mein erster Gedanke war: "Oh Mann, wird das viel Arbeit" (lacht). Aber nachdem wir dann alles ordentlich durchdacht hatten, war ich von dem Vorhaben absolut überzeugt. Denn die Vorteile liegen für mich auf der Hand.

Woran denken Sie?

Wimmershoff Am wichtigsten ist das Signal, das von dieser Fusion ausgeht. Denn dadurch wird den Ausbildungsbetrieben vermittelt, dass die schulische Bildung ihrer Azubis vor Ort dauerhaft gesichert ist. Diesen Effekt konnten wir schon kurz nach der Bekanntgabe verzeichnen, als wir beispielsweise auf einmal deutlich mehr Schüler in den Bildungsgängen Kfz-Mechatronik oder Industriemechanik hatten - obwohl diese zuvor eher schwach besetzt waren. Durch die Fusion vertrauen die Betriebe darauf, dass die Beschulung in der Region sichergestellt ist und haben so eine höhere Bereitschaft, selbst auszubilden.

Herr Mücher, fallen Ihnen noch weitere Vorteile ein?

Mücher Die Organisation wird selbstverständlich vereinfacht. Wir können dieselbe Software nutzen, müssen nur noch eine Statistik führen, und auch die Haushaltsplanung bringt natürlich einiges an Einsparpotenzial mit sich, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Darüber hinaus haben wir ein größeres Personalkontingent und können hierdurch neue Bildungsgänge anbieten.

Wie ist das neue Berufskolleg strukturiert?

Mücher Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Bezirksregierung Köln, wird der bisherige Zweckverband aufgelöst, die Trägerschaft übernimmt der Oberbergische Kreis. Der Rheinisch-Bergische Kreis delegiert seine Trägerschaft an Oberberg. Die Kostenverteilung zwischen den beiden Kreisen erfolgt nach einem Kostenschlüssel - und zwar in Abhängigkeit davon, wie viele Schüler mit Wohnsitz in den beiden Kreisen das Berufskolleg besuchen. Beide Standorte werden gleichberechtigt fortgeführt, lediglich die Hauptadresse ist ab dem 1. Februar kommenden Jahres in Wipperfürth.

Frau Wimmershoff, bedeutet diese neue Organisation, dass die Kommunalpolitik keinen Einfluss mehr auf das Geschehen am Berufskolleg hat?

Wimmershoff Auf keinen Fall. Genau wie im vorherigen Zweckverband werden politische Vertreter nach wie vor einbezogen. Zudem findet einmal im Jahr ein Treffen mit Vertretern des Rheinisch-Bergischen Kreises statt, bei dem wichtige strategische Entscheidungen besprochen werden. Wir haben bisher gut zusammengearbeitet und werden das auch in Zukunft tun.

Was ändert sich für die Schüler?

Wimmershoff Eigentlich fast nichts. Die Klassenbezeichnungen haben wir schon angepasst, und ansonsten ändert sich nur noch der Schulname auf den Zeugnissen sowie das Anmeldeverfahren. Wichtig ist: Man muss sich zwar an einer Schule anmelden, kann aber immer noch einen Standort-Wunsch angeben.

Und wie ist die Stimmung im Kollegium?

Wimmershoff In beiden Beschlüssen aus den Lehrerkonferenzen gab es nicht eine Gegenstimme. Seitens der Lehrer spricht also nichts gegen diese Fusion. Viele Bestandslehrer haben sich sogar freiwillig bereiterklärt, an beiden Standorten zu unterrichten, obwohl sie das nicht müssten. Jeder Lehrer hat zudem weiterhin einen Hauptstandort.

Herr Mücher, wie klappt die Arbeitsteilung zwischen Ihnen beiden?

Mücher Wir machen das jetzt schon seit zwei Jahren zusammen und sind inzwischen ziemlich gut aufeinander eingespielt. Wir sind, soweit möglich, beide immer über alles informiert und können dadurch auch Aufgaben des anderen übernehmen. Das funktioniert nur, weil wir uns fast täglich besprechen und uns das über gute Kommunikation erarbeitet haben. Deshalb werden wir auch in Zukunft weiter eng zusammenarbeiten - Frau Wimmershoff als Schulleiterin und ich als ihr Stellvertreter.

Ist die Arbeit denn so umfangreich, wie Sie anfangs befürchtet hatten?

Wimmershoff Im Moment ist es wirklich schon sehr viel. Aktuell kümmern wir uns um Angelegenheiten wie den neuen Haushalt, das Vertretungskonzept oder das Verwaltungsnetz, und auch der Festakt muss natürlich geplant werden. Daneben geben wir auch noch Unterricht und kommen dadurch meist auf 60-Stunden-Wochen. Trotzdem hängen wir rund eine Woche hinter dem Zeitplan - deshalb werden die Weihnachtsferien für uns wohl kaum Ferien werden. Zu zweit würden wir das Ganze übrigens auf keinen Fall schaffen. Wir haben ein tolles Kollegium, das uns bei vielen Dingen unterstützt und auf das immer Verlass ist.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft des neuen Bergischen Berufskollegs?

Wimmershoff Ich hoffe erstmal, dass alles so gut weiterläuft wie in der bisher zweijährigen Kooperation zuvor. Dann können wir durch gemeinsame Bildungsgänge und Lehrkräfte eine wohnortnahe und hochwertige Bildung für Schüler und Betriebe anbieten. Ein Kollege hat die Fusion letztens schön unter dem Titel "Bildung verbindet" zusammengefasst. Mir gefällt's gut - vielleicht wird das ja sogar unser neuer Slogan.

TIM KRONNER STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: RP
 
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