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Wermelskirchen
Bissige Satire und skurrile Komik rund um den Durst

Wermelskirchen. Philipp Weber, Jahrgang 1974, begann mit Poetry Slam und Studentenkabarett. Von 2004 bis 2014 war er Mitglied des "Ersten Deutschen Zwangsensembles", zusammen mit Matthias Tretter und Claus von Wagner, heute alles bekannte Kabarettisten. In seinem Programm "Durst - warten auf Merlot" erklärt er alles. "Es gibt unzählige Kochshows, aber kein Programm zum Trinken", sagt er und beginnt ganz am Anfang: "Die Muttermilch war zwar fade, aber die Verpackung war ok." Von Walter Schubert

Er beschwört, die regionalen Biere zu unterstützen, denn die "Discounter-Plörre dient nur dazu, den Dackel zu entwurmen". Basierend auf der Volksweisheit, wie Bier und Wein zu verbinden sei, hat er eine Lösung: "Geht's dir nicht genügend schnell, trink beides parallel."

Der Running-Gag im Programm ist Onkel Rudi, der überzeugte "Alkohologe". "Onkel Rudi sollte eingeäschert werden. Wir mussten ihn etwas liegenlassen, sonst wäre er beim Verbrennen verpufft." Was soll man auch machen in Weber's Heimat, dem Odenwald. "Wir feiern alle Blütenfeste, selbst die Algenblüte im Freibad. Und bei den Kirchfesten ist niemand unter drei Marienerscheinungen nach Hause gekommen."

Herrliche Geschichten aus dem Leben, präsentiert von einem "echten Philipp". Hektisch, nervös, aufgeregt und über die Bühne springend. Es gibt laut Webe gute Gründe zu trinken - statistisch gesehen. 1500 alkoholbedingte Verkehrstote stehen 8000 Tote durch sportliche Aktivitäten gegenüber. Ganz klar, "besoffen Heimfahren ist gesünder als joggen." Onkel Rudi's Selbstgebrannter wurde in einer "Blindverkostung" probiert und der Onkel hatte einen Traum: "Zu Weihnachten eine neue Leber und von vorne anfangen."

Doch es geht nicht nur um Alkohol. Neben Erdöl ist Kaffee weltweit das wichtigste Handelsprodukt. "60 Euro kostet umgerechnet ein Paket Kaffee eingepackt in Alu-Kapseln. Dafür könnte man im fairen Handel jede einzelne Kaffeebohne psychologisch betreuen."

Doch für alle Probleme gibt es auch eine Lösung. Heilsaufen auf dem Jacobsweg, vorbei und natürlich mit Pausen in den schönsten Weingebieten. "Pilgern mit Genuss - einfach mal die Leber baumeln lassen", ist seine Empfehlung. Und ganz zum Schluss noch eine Weber-Erkenntnis: "Von gutem Wein kann man auch mal ein oder zwei Flaschen mehr trinken." Ein wunderbarer Abend mit herrlich verpackten Geschichten.

Quelle: RP
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