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Wermelskirchen
Blasorchester brillieren bei Konzert im Bürgerzentrum

Wermelskirchen. Das Orchester aus Dabringhausen und befreundete Musiker aus Marburg präsentieren ein vielfältiges Programm.

40 Jahre und noch immer in Bestform: Das Blasochester Dabringhausen, in der heutigen Form im Jahr 1976 neugegründet, hatte für Samstagabend zum Neujahrskonzert geladen, diesmal ins Bürgerzentum statt wie gewohnt in die Mehrzweckhalle. "Aber aufgrund der allseits bekannten Umstände sind wir gerne ausgewichen", sagte die Pressebeauftragte May-Britt vom Stein, die auch durchs Programm führte. "Dafür müssen die Wermelskirchner Zuschauer mal nicht in den fernen Außenbezirk reisen", fügte sie mit einem Augenzwinkern hinzu.

Neben den Dabringhausern unter der gewohnten Leitung von Reinhold Felthaus hatte man mit dem sinfonischen Blasorchester des VfL 1860 Marburg (Dirigent: Ulrich Moormann) hochkarätige musikalische Gäste eingeladen. Die kleine, aber feine Besetzung mit relativ hohem Holzbläseranteil der Marburger hatte nach der Pause auf dem Podium im Bürgerzentrum Platz genommen.

Die Gäste warteten mit einem feinen, tranparent-leuchtenden Klangbild auf, mit absolut weichem, perfekt intonierten Holz-Register, spielten dabei aber wendig und gleichzeitig sensibel. Das vielfältige Programm reichte von klassischer Musik - die präzise ausgeführte, für Blasorchester arrangierte Ouvertüre zu Jacques Offenbachs Operette "Orpheus in der Unterwelt" - über Musical, Filmmelodien bis hin zu dem beeindruckenden modernen Werk "Imagacy" des jungen Komponisten Thiemo Kraas, in dem schwerste Rhythmen und diffizilste Dynamik exakt bewältigt wurden.

Den ersten Teil des Konzertes hatte das Blasorchester aus Dabringhausen gestaltet. Geprägt war das Programm von englischen Komponisten. Gustav Holsts "Second Suite in F" hatte den Abend begonnen. Sein auf englischen Folk Songs basierendes viersätziges Werk läutete Abend und das neue Jahr gebührend ein. Die beachtlichen Soli von Horn oder Klarinette erfreuten ebenso wie beispielsweise im 3. Satz die eindrücklich und präzise eingesetzten Akzente, die Reinhold Felthaus mit großer Verve bestens im Griff hatte. Zu großartigem Fortissimo mit der einfachen Tanzmelodie steigerten sich die Holzbläser im Finalsatz zu dem Kontrapunkt der Blechbläser in der Melodie des bekannten Liedes "Greensleeves".

Mit einem ganz besonderen Stück präsentierten die Dabringhauser an diesem Abend ein Talent aus den eigenen Reihen. Beim "Concertino for Timpani and Band" (Konzert für Pauken und Band) übernahm der Paukist Maximilian Selbeck die Solorolle. Präzise und im wahren Wortsinne mit durchschlagender Sonorität zeigte sich der Landespreisträger NRW des Wettbewerbs "Jugend musiziert" bei diesem ungewöhnlichen Werk.

Zum Glanzstück geriet das Potpourri aus Musicalmelodien von Andrew Lloyd Webber. Fetzig, schmissig, zum ganz großen Klangbild trieb Felthaus seine Musiker, ließ die lyrischen Melodien aus "Evita" dann wieder sanft aufblühen. Die Kinder tanzten begeistert im Rhythmus mit, auch mancher Erwachsene konnte zumindest Füße und Hände nicht mehr stillhalten zur mitreißenden Musik. Das begeisterte Publikum ließ die Musiker ohne Zugabe nicht von der Bühne.

(evb)
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