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Wermelskirchen
Bleek eröffnet die "Mutter der Straßenfeste"

Wermelskirchen. Die Fahrgeschäfte sausen, die Sonne brennt, es duftet nach Bratwurst und Mandeln, es dröhnen die Charts aus den Boxen. In Wermelskirchen hat die 420. Kirmes begonnen. Fünf Tage lang herrscht nun wieder buntes Treiben in der Innenstadt. Eingeleitet wurde das Traditionsfest gestern von gleich zwei Premieren auf einen Schlag. Oder besser gesagt mit vier kräftigen Schlägen - mit diesen nämlich stich Bürgermeister Bleek das erste Fass zur offiziellen Eröffnung an.

Für Bleek war es das erste Mal bei der Wermelskirchener Kirmes. "Dafür hat er sich aber sehr gut angestellt", lobte Linda Mandrees (32) und erhob das Glas auf ihn. Die Wermelskirchenerin hat eines der ersten kostenfreien Biere ergattert. Lange anstehen musste sie dafür nicht. "Es ist sehr angenehm, dass der Fassanstich dieses Jahr auf der Bühne stattfand. So haben einfach mehr Menschen etwas davon", sagte sie. Das konnte Nick Rehberg (19) so unterstreichen. "Es können sich mehr Leute drumherum versammeln und es stehen keine Wagen im Weg." Ein erstes Bier hat er sich zwar schon vor dem Fassanstich genehmigt, sich für ein kühles Blondes vom Bürgermeister ins Gedränge zu stürzen, ließ sich der 19-Jährige dennoch nicht nehmen. "Das gehört zur Kirmes dazu, genauso wie Matinee und Plüschtier-Angeln", betonte er.

Und auch der Bürgermeister hat nach dem Appell von Schausteller Frank Schmidt, die Kirmes nicht zu beschneiden, etwas bei seiner Eröffnungsrede betont: "Ich kenne niemanden in der Politik, der die Kirmes vom Loches-Platz entfernen will. Auch 2017 wird die Kirmes dort stattfinden, und nach den Umbauarbeiten gewiss weiterhin." Die Verlagerung des Fassanstiches vom Loches-Platz zum "Bermuda-Dreieck" solle nicht als "böses Omen" verstanden werden, scherzte er.

Bleek hob hervor, dass die Wermelskirchener Kirmes der Höhepunkt aller Festlichkeiten sei. "Sie ist die Mutter aller Straßenfeste", sagte er und dankte im gleichem Atemzug den Schaustellern und Organisatoren. Bleek: "233 Kirmes- und Krammarkt-Beschicker kommen jährlich hierher, einige von ihnen schon seit vielen Generationen." Dazu zählt etwa die Familie Kretz, die seit 68 Jahren mit zwei Kinderkarussells am Loches-Platz vertreten ist, aber auch Autoscooter-Betreiber Frank Schmidt, seit 56 Jahren mit an Bord.

Und der erklärte: "Als Schausteller kommt man viel rum, und überall verbinden die Leute Wermelskirchen mit seiner großartigen Kirmes. Hier steckt einfach Herzblut drin."

(beaw)
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