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Wermelskirchen
Bogenschützen gehen auf die Jagd

Wermelskirchen: Bogenschützen gehen auf die Jagd
Beim Wettkampf "Duellbaum" zielten die Bogenschützen mit Pfeilen, die an der Spitze mit Gummipolstern versehen waren, auf Würfel. FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Der Bogenparcours des Vereins alpha in Halzenberg wurde am Wochenende mit einem Benefizturnier eröffnet. Das Bogenprojekt in Halzenberg ist eingebunden in die sozial-psychiatrischen Angebote und Hilfen für Menschen mit Behinderung des Vereins alpha. Von Walter Schubert

"Es läuft gut", berichtet Jürgen Brehm. "Wir haben 210 Mitglieder, und im vorigen Jahr waren fast 1000 Besucher hier in der Halle zum Bogenschießen." Die engagierte Arbeit wurde nun mit einer Spende der "Aktion Mensch" unterstützt. Davon wurde ein 3D-Parcour installiert.

Wie in alten Zeiten kann nun Jagd auf Fuchs, Reh oder Bär gemacht werden. Die Ziele sind aus Kunststoff, so dass niemand zu Schaden kommt. Der Fuchs ist sogar beweglich. Auf einer Schiene "schleicht" er sich von einem Gebüsch zum anderen, und der Schütze hat nur wenig Zeit ihn zu treffen.

Die beweglichen Ziele, die Vereinsmitglied Andreas Schauerte entwickelt, bringen einen ganz neuen Schwung in den Bogensport. So treten zwei Bogenschützen gleichzeitig beim "Duellbaum" in den Wettkampf. Drei Kunststoffwürfel, die drehbar an einem Stamm befestigt sind, müssen mit gezielten Schüssen auf eine Seite gebracht werden. Die Pfeile sind an den Spitzen mit Gummipolstern ausgerüstet, so dass sie nicht in den Würfeln steckenbleiben.

Auch der aufgebaute Spaßparcours braucht Geschicklichkeit. Es gilt, einen Apfel oder eine Plastikente oder ein Ziel zu treffen, wenn der Schütze auf einem Holzpferd sitzt. Ralf Schmidt hat kalte Finger. "Es ist ein Sport, bei dem man nicht warm wird", lacht er und verschwindet in dem großen Holz-Tipi, in dem eine Feuerschale für Wärme sorgt. "Ein bisschen mehr Frühling wäre schon schön gewesen", sagt Brehm, dennoch sind Schützen aus dem ganzen Bundesgebiet der Einladung von Michael Zahnen gefolgt. Er war der Gewinner der Bowhunterliga 2012 und ist Sieger vieler Turniere.

Aus Merxheim in Rheinland Pfalz ist Mike Hess angereist. Er hat für alle die Pokale vorbereitet - kleine Kunstwerke, gestaltet mit einem Laser in Holz graviert. Unterteilt nach den einzelnen Bogenarten. "Je nach Bauart und Material des Bogens gibt es große Unterschiede bei der Pfeilgeschwindigkeit, der Reichweite und der Treffsicherheit."

Am Stand der "Bergischen Bogenbutze", einem Fachgeschäft aus Hückeswagen, wird über die richtige Jagd mit Pfeil und Bogen diskutiert. In Deutschland ist es verboten, in Frankreich, Ungarn oder Skandinavien aber möglich. "Das Wild verfolgen, den Bogen spannen und visieren, aber nicht schießen. Das reicht doch", sagt Dominik Schnepper - und fügt lächelnd hinzu: "Fleisch gibt es im Supermarkt oder beim Jäger."

Quelle: RP
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