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Wermelskirchen
Büfo will gegenläufiges Radfahren an Sonn- und Feiertagen erlauben

Wermelskirchen. Erst wird mit den Stimmen des Bürgerforums das Radeln gegen die Einbahnstraße aufgehoben – jetzt rudert die Fraktion stückweise zurück. Von Udo Teifel

Das Bürgerforum hat gestern die Öffentlichkeit mit einem neuen Antrag überrascht: Büfo will, obwohl die Bündnisfraktion am Montag noch das gegenläufige Radfahren in der Telegrafenstraße abgeschafft hat, nun doch das Radeln gegen die Einbahnstraße erlauben – an Sonn- und Feiertagen. Diese Möglichkeit soll im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr am 27. Mai diskutiert werden.

Antragsteller Peter Scheben begründet diese Entwicklung damit, dass an Sonn- und Feiertagen die allermeisten Geschäfte geschlossen seien; der Bus- wie auch die Frequentierung durch Passanten sei stark reduziert. "Jedoch gerade an Sonntagen in den Sommermonaten ist mit verstärktem Radverkehr, besonders durch Familien mit Kindern, zu rechnen." Die Ausnahmeregelung könnte dazu beitragen, dass die sonst sehr ruhige Innenstadt an Sonntagen belebt werde.

Fraktionsvorsitzender Friedel Burghoff gestand im BM-Gespräch, dass Büfo diese Position schon länger vertrete – sie sei in der Gruppe – CDU, WNKUWG und Büfo, d.R. – aber nicht durchzusetzen gewesen. "Wenn wir das am Montag vorgeschlagen hätten, wären nur alle verunsichert gewesen."

Bürgermeister Eric Weik zeigte sich gestern "rat(d)los" – "wie soll das denn umgesetzt werden?" Es sei doch hinreichend bekannt, dass sich Menschen an einen Zustand gewöhnten – "sie werden sich schwer tun, an einem Tag durch die Telegrafenstraße fahren zu dürfen und an anderen nicht. Da kommen nicht nur Fußgänger, auch Autofahrer durcheinander."

Er selbst habe dazu noch keine Meinung. Klar sei: Radtourismus finde besonders am Wochenende statt – und dieser Radverkehr verändere auch die innerstädtischen Verkehre, aber auch unter der Woche. Denn: Immer mehr Arbeitnehmer nutzten jetzt das Rad, um zur Arbeitsstätte zu fahren.

CDU-, WNKUWG- und Büfo-Fraktionsmitglieder waren gestern Morgen nach der BM-Berichterstattung schon soweit, die Rad- und Parkverbotsschilder auf der Telegrafenstraße abzubauen. Das bestätigte Henning Rehse. Er war aber zuvor auf der Polizeiwache und hatte sich informiert im Gespräch mit dem Leiter der Wache, Andreas Weilermann. "Wir hatten ein klärendes Gespräch", so der Polizeichef. Die Polizei könne den Abbau nicht untersagen, er habe dem Politiker aber die Folgen aufgezeigt: "Bei einem Verkehrsunfall mit Folgen wären die Personen, die Schilder abgebaut hätten, schadensrechtlich involviert gewesen." Im Klartext: Man hätte sie haftbar machen können. Das habe der Politiker eingesehen – "er war sehr einsichtig und hat sein Ansinnen überdacht." Rehse gestern: "Es kommt auf eine Woche nicht drauf an."

Quelle: RP
 
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