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Wermelskirchen
Bürger kritisiert Parkplatz-Pläne: "Es fehlt ein Verkehrskonzept"

Wermelskirchen. Das Thema "Parken in Wermelskirchen" wirbelt Staub auf. Er fühlte sich wie vor dem Kopf gestoßen, als er den Bericht über die Schaffung von Parkplätzen auf dem Gelände zwischen Feuerwache, Tafel und AJZ Bahndamm las, sagt Peter Siebel, der ehrenamtlich im Möbelleger arbeitet und im Hauptberuf Geschäftsführer der Diakoniestation ist, im Gespräch mit dieser Zeitung. Von Solveig Pudelski

Denn mit den Plänen verknüpft ist in beiden Varianten, die in der Sitzung für Stadtentwicklung und Verkehr vorgestellt wurden, der Teilabriss der Dresslerschen Fabrik. "Wo soll denn das Möbellager untergebracht werden?", fragt sich Siebel.

Er könne nicht nachvollziehen, dass die Stadt 300.000 Euro für die Schaffung von öffentlichen, freien Parkplätzen ausgeben soll, obwohl das Parkraumangebot in der Innenstadt ausreichend sei. Wie berichtet, soll Ersatz für Stellplätze geschaffen werden, die mit der Neubebauung des Loches-Platzes wegfallen.

"Der Parkplatz Stadt-Karree oder das Woolworth-Parkhaus sind doch nicht ausgelastet", argumentiert Siebel. Dass sie gebührenpflichtig seien, rechtfertige nicht die Anlage eines kostenfreien Parkplatzes aus dem Etat der Stadt. Siebel: "Das gibt es in anderen Städten auch nicht." Er habe den Eindruck, dass die Verantwortlichen in Wermelskirchen primär die Autofahrer im Blick haben und das Ziel einer "autogerechten Stadt" verfolgen statt auch die Radfahrer zu berücksichtigen. "Warum gibt es keinen gegenläufigen Radverkehr auf der Telegrafenstraße?" Das funktioniere in anderen Städten wie Wuppertal durchaus.

Zudem wundere er sich, dass der geplante Parkplatz ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt angelegt werden soll - aus zwei Gründen. Zum einen hätten die Planungen zu Ersatzparkplätzen bereits mit dem Beschluss über die Neubebauung des Loches-Platzes erfolgen müssen. "Das war doch lange bekannt, dass Parkplätze wegfallen." Zum anderen wäre es doch jetzt sinnvoller, zunächst das integrierte interkommunale Entwicklungs- und Handlungskonzept mit Leben zu füllen, das jetzt in mehreren Workshops mit relevanten Gruppen diskutiert wird. Im Fokus stehen dabei Ideen für die Innenstadt und Projekte, bei denen Wermelskirchen mit seinen Nachbarn kooperiert.

Unterm Strich halte er es für sinnvoller, ein Gesamtpaket zu schnüren, das nicht nur das erwähnte Entwicklungskonzept umfasst, sondern auch ein Verkehrskonzept für Wermelskirchen - statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen. Darin sollte auch ein verbesserter Lückenschluss auf der Route der Balkantrasse durch Wermelskirchen enthalten sein. "Es sollte etwas gegen den Parksuchverkehr und das wilde Parken unternommen werden", appelliert Peter Siebel. Die Telegrafenstraße sollte vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Quelle: RP
 
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