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Wermelskirchen
Bussard "Lotti" soll Tauben verscheuchen

Wermelskirchen: Bussard "Lotti" soll Tauben verscheuchen
Die Wermelskirchenerin Gabriele Fiebig mit "Lotti" vor der Bushaltestelle auf der Telegrafenstraße. FOTO: Udo Teifel
Wermelskirchen. Die Stadtverwaltung geht einen neuen Weg, um der Taubenplage in der Innenstadt Herr zu werden. Falknerin Gabriele Fiebig geht abwechselnd mit Bussard "Lotti" und Habicht "Kicki" durch die Stadt. Das soll den Tauben Angst machen. Von Udo Teifel

Die zunehmende Taubenplage in der Innenstadt, verbunden mit der unerträglichen hygienischen Situation in der Löv zwischen Kölner und Telegrafenstrße, lässt die Stadtverwaltung einen neuen Weg zur Bekämpfung dieser ehemaligen Haustauben gehen. Die Falknerin Gabriele Fiebig ist ab sofort in der Innenstadt tätig. Mit Bussard "Lotti" oder Habicht "Kicki" wird sie durch die Stadt gehen. Fliegen lässt sie die Greifvögel nur in Ausnahmefällen. "Vielleicht sonntags morgens, wenn wenig Menschen oder Autos in der Stadt sind."

Ob Tauben an der Bushaltestelle, die immer wieder gefüttert werden, oder in der Löv, wo sie zum Teil nisten und inzwischen die Schieferwand mit ihrem Kot völlig verdreckt haben - es wird unerträglich. Die Stadt kann nichts machen, außer die Eigentümerin des Gebäudes an der Löv aufzufordern, den Kot vom Bürgersteig zu entfernen. Das Füttern ist sowieso verboten.

Auch der Rheinisch-Bergische Kreis mit den dort angesiedelten Ämtern Veterinär und Gesundheit kann wenig tun. Mit den Fachbehörden hatte die Stadtverwaltung bereits Kontakt aufgenommen. Kreissprecherin Hannah Weißgerberg sagte, aus Tierschutz-Sicht könne man sich nicht einfach der Tiere entledigen. Ein Vertreiben würde das Problem verlagern. Ob Taubenhäuser, wie einst von der WNKUWG beantragt, vom Ausschuss befürwortet, aber vom Tierheim abschließend wohl noch nicht bearbeitet, Erfolg bringen würden, bezweifelt sie.

Auch das Gesundheitsamt kann von sich aus nicht aktiv werden. "Es müssen schon vermehrt Krankheitsfälle auftreten, die mit der Berührung des Kots in Zusammenhang gebracht werden können", sagte die Sprecherin. Sonst sei es nicht gesundheitsgefährdend. Damit reagiert das Gesundheitsamt nur, wird aber nicht präventiv tätig und untersucht den Kot an den Schieferwänden auf Krankheitserreger. "Wir beraten gern."

Dafür ist die Stadt aber jetzt aktiv geworden. Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann: "Ich habe Jäger unter meinen Kollegen gefragt, ob es Falkner gibt. Dadurch sind wir auf Frau Fiebig gestoßen." Sie darf jetzt, mit städtischer Genehmigung, auf Beizjagd in der Innenstadt gehen.

Bei einem Spaziergang gestern Vormittag durch die Innenstadt ziehen denn auch Gabriele Fiebig und "Lotti" die Blicke auf sich. Oft wird sie angesprochen. Und die Falknerin nimmt das Gespräch auf. "Meine Wege in der Stadt dauern wenigstens zwei Stunden." Sie macht damit Öffentlichkeitsarbeit, und Kinder wie Erwachsene erleben damit Bussard und Habicht hautnah.

Gabriele Fiebig ist Jägerin und seit zwei Jahren auch Hobby-Falknerin. Neben Habicht "Kicki" und Bussard "Lotti" hat sie je einen Wald- und Steinkauz. Sie geht mit den Greifvögeln von August bis Februar auf Beizjagd - hier auf Kaninchen und Krähen. Von November bis Februar wird sie dann auch zur "Taubenvergrämung" gerufen. "Es reicht oft, dass ich mit dem Greifvogel durch die Stadt gehe. Ob Lotti oder Kicki -sobald sie auf dem Handschuh steigen, flüchten die Tauben." Das sei das Ziel. "Die Tauben haben keine natürlichen Feinde mehr in der Stadt. Jetzt taucht der Bussard auf. Dadurch stören wir die Tiere."

Wenn's ruhig ist, kann der Bussard auch jagen. Das wird aber wohl eher mal am Wochenende in der Früh sein. Das ist zum Schutz der Greifvögel, aber auch der Passanten. "Wenn eine Taube geschlagen wird, müssen wir sie töten. Das können natürlich nicht alle Passanten sehen." Wichtig sei auch, dass die Tauben nicht von Passanten gefüttert werden. "Dann ist unser ganzer Aufwand nutzlos."

Quelle: RP
 
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