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Wermelskirchen
CDU will Parteiarbeit auf eine breitere Basis stellen

Wermelskirchen. Nach der Schlappe bei der Bürgermeisterwahl wollen die Christdemokraten mehr Mitglieder in die Arbeit einbinden. Von Sebastian Radermacher

Die CDU Wermelskirchen hat das enttäuschende Abschneiden ihres Kandidaten Stefan Leßenich bei der Bürgermeisterwahl analysiert und daraus ein Konzept für die Zukunft entwickelt. Drei Stunden saßen Parteivorstand und Fraktion zusammen, um Fehler offen und ehrlich anzusprechen, kontrovers zu diskutieren und entsprechende Lehren aus der Wahlniederlage zu ziehen, teilt CDU-Chef Christian Klicki auf Anfrage unserer Redaktion mit.

"Es ist uns im Wahlkampf, besonders vor der Stichwahl, nicht gelungen, Stefan Leßenich mit seinen Macher-Qualitäten in der Öffentlichkeit so darzustellen, dass die Wähler überzeugt waren, dass er die richtige Person für dieses Amt gewesen wäre", sagt Klicki rückblickend. Vor der Stichwahl sei eine gewisse "Rainer-Bleek-Euphorie" deutlich spürbar gewesen. "Wir haben es einfach nicht geschafft, Stefan Leßenichs Programm den Wermelskirchenern zu vermitteln."

An mangelnder Einsatzbereitschaft habe es gewiss nicht gelegen, der Einsatz aller Beteiligten sei hervorragend gewesen. Letztlich hätten sich die Wähler für die Erfahrung von Rainer Bleek und gegen den jugendlichen Elan von Stefan Leßenich ausgesprochen, meint Klicki.

Große Fehler habe man im Vorfeld der Wahl nicht gemacht, "es waren Kleinigkeiten, die sich summiert haben", sagt Klicki. Künftig möchte der CDU-Chef mehr Leute in die Parteiarbeit direkt einbeziehen. Dies wäre auch im Wahlkampf rückblickend bereits sinnvoll gewesen, denn letztlich sei das Wahlkampfteam relativ klein gewesen. "Jeder, der mitarbeitet, kriegt mit, wie die Stimmung in der Stadt ist. Wir hätten dann vielleicht noch auf gewisse Entwicklungen reagieren können", sagt Klicki. Die Parteistruktur möchte der CDU-Vorstand dahingehend ändern, dass die Arbeit innerhalb der CDU künftig auf eine breitere Basis gestellt werden soll.

So soll es dann auch gelingen, dass die Christdemokraten für alle Altersklassen wieder eine wählbare Alternative werden. "Wir sind für gewisse Wählergruppen zurzeit völlig unattraktiv - das möchten wir ändern", betont Klicki. Vor allem in der Altersklasse der 40- bis 60-Jährigen habe die CDU in den vergangenen Jahren an Boden verloren. Dort gebe es noch Nachholbedarf. In Zukunft möchte die Partei neben einer verbesserten Kommunikation und Marketingarbeit auch die Bedürfnisse der Vereine und Unternehmen besser aufnehmen und beachten. Außerdem spielt das Thema "Neumitglieder gewinnen" eine wichtige Rolle. "Und wir möchten das Potenzial unserer Ortsverbände besser nutzen", kündigt Klicki an. Mit dem neuen Bürgermeister Rainer Bleek möchten die Christdemokraten in Zukunft gut zusammenarbeiten. "Wir sind jetzt nicht eingeschnappt und werden keine negative Stimmung verbreiten", versichert Klicki.

Gesprächsbedarf sieht er allerdings noch mit dem Bürgerforum - der politische Partner hatte sich vor der Stichwahl öffentlich für SPD-Mann Bleek stark gemacht. "Wir müssen schauen, wie unsere Zusammenarbeit im Stadtrat in Zukunft weitergeht", sagt der CDU-Chef. Grundsätzlich gehe er aber davon aus, dass die drei Partner - CDU, Büfo und Grüne - die gemeinsam erarbeiteten 20 Themen auch umsetzen werden. Klicki: "Zu den Grünen haben wir weiterhin ein sehr gutes Verhältnis."

Quelle: RP
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