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Wermelskirchen
CDU will Straßensperrung verhindern

Wermelskirchen: CDU will Straßensperrung verhindern
Randolph Schmidt und Stefan Leßenich (v.l.) sprechen mit Sadettin Otu von der Änderungsschneiderei. FOTO: jürgen moll
Wermelskirchen. Die Telegrafenstraße soll nach dem Willen der Christdemokraten für den Durchgangsverkehr freibleiben. Die Sperrung ab der Stadtsparkasse könnte zu einem neuen Unfallbrennpunkt an der Ecke Feuerwache/Brückenweg führen. Von Walter Schubert

Zur Verkehrsberuhigung der Telegrafenstraße wurden im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr drei Maßnahmen beschlossen: 1. attraktiverer Brückenweg durch das Entfernen einiger Mittelinseln, 2. Verbreiterung der Einmündung am Abzweig Telegrafenstraße/Brückenweg plus Asphalterhebungen zur Verkehrsleitung und 3. Sperrung der Telegrafenstraße für den Durchgangsverkehr ab Sparkasse. Die Ableitung auf den Brückenweg erfolgt über die Straße "An der Feuerwache".

"Ich habe mich gerade gewundert, dass man die Straße so schlecht geflickt hat", sagt ein Autofahrer, der gerade über die neuen Asphalterhebungen gefahren ist. Die Bedeutung zur Ableitung in den Brückenweg ist ihm nicht klar geworden. Hier wird aber farblich noch nachgearbeitet.

Der größte Knackpunkt dürfte das Durchfahrtsverbot an der Sparkasse sein. Die CDU startete gestern eine Unterschriftenaktion gegen dieses Verbot. "Wir haben im April auch gegen diese Maßnahme gestimmt", sagt Randolph Schmidt. Unterstützt durch Stefan Leßenich, Heike Lehmann und Manfred Groß besuchte er die Geschäfte an der Telegrafenstraße, um die Unterschriftenlisten auszulegen. "Ich bin gegen die Sperrung der oberen Telegrafenstraße für den Autoverkehr" lautet die Überschrift.

"Wir sehen einen neuen Unfallbrennpunkt an der Ecke Feuerwache/Brückenweg. Wenn wir den Autoverkehr vergraulen, ist das schlecht für den Handel", sagt Schmidt. "Da machen wir mit", sagt Helin Incisoy vom Lotto- und Zeitschriftenladen gegenüber vom Kino. Hier werden sicher die Kunden vergrault, die "mal eben" auf dem Bürgersteig direkt vor dem Laden parken. Auch Sadettin Otu (Reinigung und Änderungsschneiderei) sowie Eric Offermanns (Schlüsseldienst) nehmen die Listen entgegen. "Die Verengung im letzten Bereich der Telegrafenstraße ist ein Problem", sagt Offermanns. Und wenn keine Autos mehr vorbei fahren, wird sein Geschäft auch nicht mehr gesehen.

"Warum muss das jetzt alles passieren?", fragt Leßenich. "Der Umbau des Loches-Platzes steht doch bevor. Die Verkehrsführung dazu ist noch völlig unklar. Machen wir dann alles wieder rückgängig?" "Der Hintergrund ist doch die Wiedereinführung des gegenläufigen Radverkehrs", ist sich Manfred Groß.

Renate Nossek wohnt direkt an der Straße "An der Feuerwache". Sie nimmt eine Liste für die Hausbewohner mit. Klar ist, dass auch sie gegen die neue Verkehrsführung ist. "Wir kommen nicht mehr aus unserer Tiefgarage und ersticken auf dem Balkon in Abgasen", sagt sie. "Lassen sie mich bloß mit diesem Mist in Ruhe!", ruft eine Frau und eilt davon. Viele Bürger können das Thema Telegrafenstraße nicht mehr hören. Radverkehr ja, dann wieder nein, Parken erlaubt, Parken verboten, dann wieder geduldet und nun ein ganz neuer Versuch. "Die Stadt macht sich doch lächerlich", sagt Schmidt.

Am Donnerstag, 27. Oktober, sollen die Schilder aufgestellt werden. "Dann starten wir mit Infoständen, um die Sache zu verhindern", kündigte Schmidt gestern an.

Quelle: RP
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