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Wermelskirchen
Charme der alten Mühle mit viel Aufwand erhalten

Wermelskirchen: Charme der alten Mühle mit viel Aufwand erhalten
Wiebke Büngen am Mühlengraben der "Neuemühle". FOTO: Nico Hertgen
Wermelskirchen. Wermelskirchener hatten gestern anlässlich des Deutschen Mühlentages die Möglichkeit, die "Neuemühle" an der K15 mit ihrem alten Wasserrad inklusive Getriebe, den Gemüsegärten und Fischteichen zu besichtigen. Randolf Link vom Verein für Landschaft und Geschichte (LuGeV) berichtete am Nachmittag davon, wie in der im Jahr 1826 erbauten Mühle gearbeitet wurde.

Heutiger Besitzer ist Stephan Büngen (52), seine 26 Jahre alte Tochter Wiebke leitet den Restaurantbetrieb. Beiden ist wichtig, Besuchern den Museumscharakter näherzubringen, den die Mühle birgt. Schwierigkeiten macht ihnen allerdings, dass der Schutz alter Denkmäler seit ein paar Jahren nicht mehr finanziell gefördert wird. "Wir machen alles aus eigener Leistung, haben zum Beispiel das Restaurant und die Fenster selber gestrichen", sagte Wiebke Büngen. Der Charme der alten Mühle solle erhalten bleiben, an einem modernen Gebäude seien sie und ihr Vater nicht interessiert.

"Es gibt nur Fördermittel aus der Stiftung für Denkmalschutz", erklärte Stephan Büngen und betonte: "Die Denkmalschutzbehörde in Wermelskirchen kann aber nichts dafür. Das ist Landessache." Während finanzielle Zuschüsse verringert werden, bleiben die Anforderungen an Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen, gleich. Reparaturen an der Fassade müssen zum Beispiel weiterhin mit Lehm und Schiefer vorgenommen werden, und ohne den Restaurantbetrieb sei es schwer, die Neuemühle überhaupt zu erhalten. Vor ein paar Jahren nahm sich Wiebke Büngen dieser Aufgabe an.

Die Restaurantleiterin plant, den einst stillgelegten Backofen im Keller wieder zum Brotbacken einzusetzen. "Wir mussten erstmal abklären, wie das mit dem Brandschutz und der Hygiene aussieht, aber jetzt üben wir bereits." Noch wird das Kartoffelbrot ganz normal im oberen Stockwerk gebacken. Frühere Mühlenbesitzer versorgten sich derweil mit allem selbst. Heute sind die Fischteiche und Gemüsegärten in privater Hand. Kräuter pflanzt Wiebke Büngen aber immer noch an.

Randolf Link, der Vorsitzende des LuGeV, führte neben den Besuchern, die anlässlich des Mühlentages gekommen waren, noch eine private Gruppe mit 50 Leuten herum. Zusammenarbeiten wollen die Besitzer der Mühle und der Verein jetzt öfter. Führungen können unter Tel. 02196 8829664 gebucht werden.

(rbrt)
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