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Wermelskirchen
"Crazy Monkeys" räumen im Freibad auf

Wermelskirchen: "Crazy Monkeys" räumen im Freibad auf
Grundstückseigner Frank Jaeger (r.) ist froh, dass das Gelände des Freibades in Dhünn gründlich gesäubert wird. Das Engagement der jungen Leute des Airsoftclubs "Crazy Monkeys" lobt er ausdrücklich. Die Mitglieder seien mit viel Energie bei der Sache. FOTO: peter meuter
Wermelskirchen. Die Aufräum- und Umbauarbeiten im Freibad Dhünn laufen seit Anfang Oktober auf Hochtouren. Der Startschuss könnte Anfang 2018 fallen. Eigner Frank Jäger lobt den Einsatz der Vereinsmitglieder. Von Stephan Singer

Im ehemaligen Freibad Dhünn tut sich seit einigen Wochen jede Menge. Der Airsoftclub "Crazy Monkeys" hat das Gelände von Frank Jäger gemietet und ist dabei, das Areal von Müll, Unrat und Schrott zu befreien, Gräser und Sträucher zurück zu schneiden sowie das Gebäude mit Umkleidekabinen oder Bademeisterwarte für ihre Zwecke umzubauen - sogar eine Küchenzeile wird gerade installiert. Die "Crazy Monkeys" bestehen als Sportmannschaft seit gut zwei Jahren, im Herbst 2016 fixierten sie ihren Airsoftclub (AC) als eingetragenen Verein. Das erklärte Ziel dabei: Ein geeignetes Gelände finden, um sich zeitraubende Wochenendtouren zu Spielstätten beispielsweise in der Eifel sparen zu können.

Grundstückseigner Frank Jäger erinnert sich beim Rundgang über das Gelände an die bittere Entscheidung, das Freibad Dhünn nicht mehr öffnen zu können. "Als der letzte Schwimmer aus dem Wasser war, war für die Anlage Schluss." Seither habe Vandalismus um sich gegriffen, die Folgen von Zerstörungswut sind nicht nur an zerschlagenen Fensterscheiben zu erkennen. Zuletzt hatte das Freibad Dhünn im Sommer 2010 als kühles Nass zum Plantschen und Schwimmen gedient. Danach machte der Sanierungsstau an Pumpen oder Heizungsanlage einen Weiterbetrieb nicht mehr finanzierbar. Die Projektentwicklungsgesellschaft, die das Bad 2006 von der Stadt für den symbolischen Wert von einem Euro gekauft hatte, gab auf - die Stadt wollte das Areal nicht zurück, Frank Jäger blieb darauf sitzen. "Was die jungen Leute hier im ehemaligen Freibad leisten, ist aller Ehren wert. Die sind mit viel Energie bei der Sache. Wir sind auf einer Linie", sagt der Bauunternehmer.

Für Jäger ist klar: "Ich finde es gut, dass die Anlage wieder ihrem Zweck im Sinne von Freizeitgestaltung dient." Außerdem sei es ein guter Nebeneffekt, dass die Aktivitäten auf dem Areal weiteren Vandalismus verhinderten.

Etwa 60 Kubikmeter Müll haben die "Crazy Monkeys" zuletzt aus dem Freibad Dhünn geräumt. "Wir haben sogar alte Eintrittskarten in einem Panzerschrank gefunden", berichtet der Vorsitzende Sven Hackländer. Die 25 Airsoft-Spieler des Vereins haben bereits Unterstützung gewonnen. Der Wermelskirchener Borussia Dortmund-Fanclub "Bergisch Bees" ist mit von der Partie. Den Gruppenraum wollen alle gemeinsam als Vereinsheim nutzen. Sven Hackländer und Sascha Dohn ("Bergisch Bees") sind sich einig: "Wir wollen etwas für Jugendliche tun. Wenn wir auf dem Gelände sind, was zumindest im Sommer am Wochenende stets der Fall sein wird, ist jeder willkommen - und wenn er sich nur bei einem Würstchen mit ans Lagerfeuer setzt." Sind die "Crazy Monkeys" im Gelände unterwegs, sieht das ziemlich martialisch aus. Olive Uniformen zur Tarnung, Schutzbrillen, Knieschoner, Helme und Mützen sorgen für einen militärisch anmutenden Auftritt. Dazu kommen die Airsoft-Gewehre und -pistolen, die optisch Nachbauten von real existierenden Waffen sind. Diese Geräte verschießen mittels Druckluft-/Gasdruck kleine Kugeln aus verschiedensten Materialien, führen beim Treffer jedoch nicht zu gefährlichen Verletzungen. "Wir sind ja entsprechend gekleidet. Auf dem Freibad-Gelände benutzen wir ausschließlich Munition aus Maisstärke, die sich in der Natur vollständig abbaut", erläutert Sven Hackländer, der betont: "Bei unserem Spiel geht es um Taktik und Strategie, um ein Hand-in-Hand des Teams."

Bis zum Startschuss wird noch einige Zeit vergehen: Auf dem Freibad-Gelände wollen die "Crazy Monkeys" noch mobile Stellungen bauen, im Schwimmbecken soll ein Labyrinth mit verstellbaren Wänden entstehen. "Vielleicht schaffen wir es, Anfang des kommenden Jahres zu starten", kündigt Sven Hackländer an.

Quelle: RP
 
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