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Tobias Kelter
Das Bergische ist ein einzigartiger Naturpark

Wermelskirchen. Talsperren, Flüsse, Wiesen, Weiden und Wälder - Die Region hat viel zu bieten. In den nächsten Jahren soll sie viele Besucher anlocken.

Tobias Kelter ist seit April neuer Geschäftsführer der "Naturarena - Das Bergische". Er hat viele Ideen, um das "Bergische Rheinland" als Tourismusmarke mit Alleinstellungsmerkmalen zu positionieren und will es entsprechend vermarkten.

Herr Kelter, Sie sind seit April Geschäftsführer der "Naturarena - Das Bergische". Sind Sie eigentlich ein echter "bergischer Jung"?

Kelter Ich bin gebürtig aus Bad Neuenahr-Ahrweiler und daher nicht direkt ein "bergischer Jung". Ich kann aber behaupten, dass ich Rheinländer bin und daher mit der Region des Bergischen Landes sehr verbunden.

Was sind als Geschäftsführer Ihre Aufgaben?

Kelter Ich sehe meine Aufgaben als Geschäftsführer vor allem in der Zusammenarbeit mit den Städten und Kommunen im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis. Hier gilt es, zusammen mit den Verantwortlichen im Tourismus die Alleinstellungsmerkmale zu definieren, eine Strategie zu erarbeiten und diese zu vermarkten. Dabei ist es enorm wichtig, die touristischen Leistungsträger in der Hotellerie, Privatzimmervermietung und Gastronomie mitzunehmen. Darüber hinaus gilt es aber auch, ein schlagkräftiges Netzwerk aufzubauen. Hier ist eine gute Zusammenarbeit mit dem Naturpark Bergisches Land, den Biologischen Stationen Rheinberg und Oberberg, aber auch mit den touristischen Organisationen wie etwa Tourismus NRW und der Wirtschafts- und Kulturförderung wichtig. Dieses Netzwerk gilt es zu pflegen und auszubauen.

Welche Ziele hat die "Naturarena"?

Kelter Zunächst einmal ist die Naturarena nur der Name der Gesellschaft. Wir wollen "Das Bergische" als touristische Destination vermarkten und werben daher mit der Marke "Das Bergische". Mein Ziel ist es, in den nächsten Jahren den Bekanntheitsgrad des schönen Bergischen Landes zu steigern. Wir müssen gegenüber dem Nationalpark Eifel und dem Sauerland aufholen und es schaffen, dass die vielen Urlauber aus den benachbarten Bundesländern, den Niederlanden und Belgien nicht an uns vorbeifahren. Dabei liegt auch ein besonderes Augenmerk auf den benachbarten Metropolen wie etwa Köln. Hier gilt es, Tagesgäste auf die rechtsrheinische Seite zu locken. In den letzten Jahren ist das mit dem Bergischen Wanderland bereits gelungen. Es gilt jedoch, jetzt zusammen mit dem Naturpark Bergisches Land weitere touristische Infrastruktur im Bereich Radtourismus zu schaffen und diese zu vermarkten.

Wie versuchen Sie, den Menschen das Bergische nahezubringen?

Kelter Wir müssen den Menschen für das Bergische Land Reiseanlässe anbieten und Anreize für Tagesausflüge schaffen. Der Naturpark Bergisches Land ist eine einzigartige Kulturlandschaft mit Talsperren, Flüssen, Wiesen, Weiden und Wäldern. Wir haben zwei Kurorte und viele Leuchttürme im Bereich Kulinarik. Zu diesen vielen Themen gilt es, in den nächsten Jahren buchbare touristische Angebote zu schaffen, diese zu vermarkten und über "Das Bergische" zu vertreiben.

Was macht das Bergische Land so einzigartig? Und wie würden Sie einem Ortsfremden das Bergische Land in einem Satz beschreiben?

Kelter Das Bergische Land ist ein einzigartiger Naturpark mit Wasser, Wald und Kultur direkt neben Köln und rechts vom Rhein mit zahlreichen Erlebnissen für Wanderer, Radfahrer und den gesundheitsbewussten Kulturliebhabern in einem Wechselspiel von Hügeln, Fluss-Tälern und Talsperren.

Welche Ecken im Bergischen schätzen Sie selbst besonders?

Kelter Die Wasserquintett-Route mit dem Rad entlang der Talsperren und der schönen Fachwerkhäuser sowie den "Bonte Kerken".

Wie wichtig ist die Nähe zum Rheinland? Profitiert das Bergische davon?

Kelter Der Begriff Rheinland ist positiv besetzt. Unter Rheinland stellt man sich eher die Kölner Bucht vor und damit die Ebene. Ich persönlich finde den Namen für die Regionale 2025 "Das Bergische Rheinland" charmant. Zudem können uns etwa 18 Millionen Menschen innerhalb einer Autostunde in der Metropolregion Rheinland erreichen. Davon profitieren wir sicherlich bei einem weiteren Produktausbau.

Ist der Bergische eher Kölner oder Düsseldorfer?

Kelter Kölner!

Welches Entwicklungspotenzial sehen Sie in der Region, und warum lohnt es sich für junge Familien, ins Bergische zu ziehen?

Kelter Wenn alle touristischen Akteure zusammenarbeiten, und davon gehe ich aufgrund der bisherigen geführten Gespräche stark aus, sehe ich ein sehr großes Potenzial. Wir müssen gemeinsam touristische Produkte aufbauen und vermarkten. Im Rahmen der Regionale 2025 und mit Förderprojekten im Bereich "Barrierefreier Tourismus-Alle inklusive" sowie den beiden Leader-Regionen "Wasserland" und "1000 Dörfer" können wir zudem weitere touristische Infrastrukturen schaffen, die auch gleichzeitig ein Standortmarketing bedeuten und für junge Familien und Fachkräfte einen attraktiven Arbeits- und Lebensraum schaffen sowie gleichzeitig Touristen und Tagesgäste anziehen.

Was ist in Ihren Augen das Positive am Ländlichen?

Kelter Die Naturerlebnisse im Ausgleich zu dem immer dynamischer werdenden Arbeitsleben. Eine Entschleunigung zum hektischen Alltag. Aber auch die Menschen, die den ländlichen Raum mit Brauchtum, regionalen Produkten und kulinarischen Spezialitäten prägen.

Gibt es auch negative Aspekte?

Kelter Der Druck auf die Fläche und damit auch die negativen Einflüsse auf schützenswerte Naturräume. Daher gilt es, einen sanften und nachhaltigen Qualitäts-Tourismus zusammen mit dem Naturpark und den Biologischen Stationen zu betreiben. Wir brauchen auch eine Besucherlenkung und mit den Natur- und Landschaftsführern zahlreiche Botschafter, die den Besucher für die Naturlandschaft sensibilisieren.

DAS INTERVIEW FÜHRTE WOLFGANG WEITZDÖRFER

Quelle: RP
 
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