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Wermelskirchen
Das Gymnasium wird 150 Jahre alt

Wermelskirchen: Das Gymnasium wird 150 Jahre alt
Der heutige Altbau an der Stockhauser Straße wurde 1910 vom Gymnasium bezogen. Das Gebäude steht teilweise unter Denkmalschutz und wurde durch mehrere Anbauten erweitert. Das Foto zeigt den Zustand kurz nach der Fertigstellung des Ursprungsgebäudes. FOTO: Gymnasium
Wermelskirchen. Die Schule hat bereits Termine für verschiedene Jubiläumsaktionen, die im Herbst beginnen, festgezurrt. Ein offizieller Festakt ist für den 19. Januar 2018 geplant. Das Motto lautet: "Zukunft braucht Geschichte: Schule auf Zeitreise." Von Stephan Singer

An der Ausgestaltung wird noch gefeilt und daran sollen sich die Schüler bei einer Projektwoche auch mit eigenen Ideen beteiligen. Die Termine zur Feier des 150-jährigen Bestehens des städtischen Gymnasiums sind jedoch bereits festgezurrt, denn das Gerüst für das kommende Schuljahr steht. Am 14. Oktober präsentieren die Gymnasiasten die Ergebnisse ihrer Arbeit in der vorangegangenen Woche. Einen offiziellen Festakt wird es am 19. Januar 2018 im Pädagogischen Zentrum geben. So wird das Jubiläum zum prägenden Bestandteil im Schuljahr 2017/18 - das Motto lautet: "Zukunft braucht Geschichte: Schule auf Zeitreise."

Das Alter und die Tradition der Schule spüre man im Schulalltag weniger in den Mauern, am ehesten im teilweise unter Denkmalschutz stehenden Altbau an der Stockhauser Straße. Schulleiterin Marita Bahr ist etwas anderes wichtig: "Mir geht es um die Frage, auf welchen Fundamenten eine Schule fußt. Die Schüler sollen aus der Vergangenheit etwas mitnehmen und lernen", sagt sie. Zu häufig würde vergessen, dass Schule eine große Errungenschaft sei: "Das ist etwas Besonderes. In anderen Teilen der Welt wünschen sich die Menschen, zur Schule gehen zu können."

Deshalb stehen bei einer für das Frühjahr 2018 geplanten Vortragsreihe auch Themen mit Blick in die Zukunft im Fokus. Dabei werden ehemalige Schüler des Gymnasiums aus ihrem Berufsleben erzählen. "Der Aspekt, was berufliches Handeln für die Zukunft bedeutet, soll im Vordergrund stehen. So ist es für die heutigen Schüler spannend", beschreibt Bahr die Idee. Obendrein wolle man gerne eine "große Sache" mit Lehrern und Schülern gemeinsam machen - da seien die Planungen jedoch noch nicht spruchreif.

Rückblick: Was zuvor eine Privat-Rektoratsschule war, wurde per Unterschrift am 31. Dezember 1867 zur Höheren Gemeindeschule. "Gerade die kaufmännisch geprägte Bürgerschaft in Wermelskirchen war damals daran interessiert, dass die Kinder vor Ort einen freien Zugang zur guten Schulbildung bekamen", blickt Marita Bahr, die selbst im Jahr 1973 an ihrer jetzigen Wirkungsstätte das Abitur machte, auf die Vergangenheit zurück. Die heutige Schulleiterin erinnert sich noch gut daran, dass ihre Eltern für den Schulbesuch ihrer älteren Schwester Schulgeld zahlen mussten: "Das war damals für viele Eltern gar nicht einfach." Im Jahr 1960 verließ der erste Abiturjahrgang das Wermelskirchener Gymnasium. Seither werden es geschätzt 4000 Schüler mit Allgemeiner Hochschulreife gewesen sein, rechnet Marita Bahr hoch: "Die anfänglichen Jahrgänge waren längst nicht so groß wie die heutigen", sagt sie.

Das Gymnasium Wermelskirchen wurde in den vergangenen Jahren durch verschiedene Anbauten in mehreren Etappen vergrößert. Aktuell besuchen 1150 Schüler die Schule. Der Altbau als Ausgangspunkt wurde 1910 fertiggestellt. "Wir entwickeln uns immer weiter, Schule muss sich entwickeln", betont Bahr, die die Kooperation mit den anderen weiterführenden Schulen in Wermelskirchen lobt: "Gerade die Zusammenarbeit mit der Sekundarschule klappt sehr gut beim Übergang der Schüler auf das Gymnasium."

Als einziges Gymnasium in der Stadt müsse die Schule naturgemäß breit aufgestellt sein. "Eine Spezialisierung auf bestimmte Fachrichtungen ist eher in Großstädten möglich", beschreibt die Schulleiterin. Sie bedauert, dass bei den Eltern immer mehr die Tendenz bestehe, ihre Kinder auch ohne entsprechende Empfehlung auf das Gymnasium schicken zu wollen. Bahr: "Dabei sind die Gutachten der Grundschulen gut und verlässlich." Auf die Frage zu G8/G9 und den Plänen der neuen Landesregierung, die Schulzeit am Gymnasium wählbar zu machen, hält sich die Schulleiterin bedeckt: "Ich sage nichts dazu, bis Konkretes auf dem Tisch liegt."

Ebenso wenig lobt Bahr ihre Schule gerne selbst. Sie lächelt und sagt: "Laut den Rückmeldungen, die ich höre, erleben Menschen, die unsere Schule besuchen, eine große Freundlichkeit, Interessiertheit und Hilfsbereitschaft. In vielen Fällen muss eine große Verbundenheit bestehen."

Quelle: RP
 
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