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Wermelskirchen
Das Krankenhaus baut die Privatstation um

Wermelskirchen. Die Verkleidungen der ansonsten abgehangenen Decken sind abmontiert, Kabel baumeln herunter, die Versorgungsleitungen für Heizung, medizinische Gase, Strom und Brandmeldeanlage sind sichtbar. Genauso sind an der einen oder anderen Stelle die roten Backsteine des Mauerwerks zu sehen. Von Stephan Singer

Auf Station 2-West des Krankenhauses Wermelskirchen wird seit Anfang August nicht nur renoviert - hier ist eher das Motto "Alles neu" treffender. Das Ziel der 2,5 Millionen Euro teuren Maßnahme ist im ersten Schritt die vollständige Modernisierung der Privatstation und im zweiten Schritt die Erweiterung der Intensivstation ab Anfang 2018. Das Besondere dabei: Der Umbau geschieht im laufenden Betrieb und ist sozusagen eine "Eingriff am offenen Herzen".

"Letztlich laufen die Arbeiten komplett abgeriegelt vom Geschehen im übrigen Haus. Das ist der logistische Vorteil", sagt Verwaltungsleiter Ralf Schmandt bei einer Begehung. Das sei ideal, habe jedoch einen beträchtlichen Planungsaufwand mit sich gebracht. Um Staub- und Geräuschentwicklung einzudämmen, ist die Station 2-West, die gerade entkernt wird, mit einer provisorisch eingezogenen Wand abgeriegelt.

Vom Inneren des Gebäudes gibt es nur noch einen Zugang zur Baustelle - diese Tür wird nachts verschlossen, damit sich niemand in den Bereich verirrt. Für die Gewerke erfolgt der Zugang zur Baustelle über das Dach: Ein Kran transportiert Schutt hinunter und Material hinauf. Die Arbeiter selbst nutzen auf der Ostseite, wo sich der Warenhof befindet, die Außentreppe, die für die zweite Etage ansonsten ein Notausgang ist. "Der Ablauf funktioniert sehr gut. Wir haben bisher keine unerwarteten, bösen Überraschungen gefunden, die die Arbeiten verteuern oder verzögern würden", blickt sich Ralf Schmandt um.

Der haustechnische Dienst steht dem Generalunternehmer für Nachfragen ständig zur Verfügung. "Ob nun Gas-, Strom- oder Wasserversorgung - alles ist im Haus ein Gesamtgebilde, das weiter funktionieren muss", beschreibt Schmandt die Sensibilität, mit der die Arbeiter vorgehen müssen, um keine der Lebensadern zu zerstören. Der Grund für den millionenschweren "Klimmzug": Der Verband Privater Krankenkassen hatte dem Krankenhaus signalisiert, dass er den bislang abgerechneten Preis für Übernachtungen auf der Privatstation nicht mehr zahlen wolle, wenn der Standard der Zimmer so bliebe. "Das hat uns natürlich nicht erfreut. Diese Verhandlungen führen alle Krankenhäuser etwa alle zehn Jahre. Wir zuletzt in 2003/2004", berichtet Schmandt.

Es wurde ein Konzept entwickelt, das sich für das Krankenhaus rechne. Die zukünftige Wahlleistungsstation wird modernsten Anforderungen entsprechen, die Ära von Drei-Bett-Zimmern ist dann vorbei: Elf Ein-Bett- und fünf Zwei-Bett-Zimmer, jedes mit eigenem Bad, werden gebaut. "Wichtig ist, dass wir hier lediglich über den ,Wohlfühlfaktor', quasi die ,Hotelleistung', reden. Die medizinischen Leistungen haben damit nichts zu tun." Die Zahl der privat- oder zusatzversicherten Patienten steige stetig, ebenso die Ansprüche. "Im Zuge der Umbaumaßnahme ergreifen wir die Chance, die Wahlleistungsstation auf der zweiten Etage zu einer Station zusammenfassen, was die internen Abläufe deutlich vereinfacht", sagt Schmandt. Bisher waren die Betten der Privatpatienten auf den Stationen 2-West und 4 auf unterschiedlichen Etagen. Für die Zeit der Umbaumaßnahme liegen die Privatpatienten auf den übrigen Stationen verteilt.

Quelle: RP
 
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