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Wermelskirchen
Das Nadelöhr trübt die Laune der Radler

Wermelskirchen. Bürgermeister Eric Weik freut sich am ersten Geburtstag der Balkantrasse, wie weit man heute mit dem Fahrrad durchs Bergische Land fahren kann. Die Kritik an der Radwegeführung durch die Stadt war aber häufig zu hören. Von Walter Schubert

"Zum ersten Mal finden sich sechs Städte zu einem gemeinsamen Aktionstag zusammen", freute sich Bürgermeister Eric Weik. "Alle haben das Thema Tourismus erkannt und es ist doch toll, wie weit man heute mit dem Fahrrad durchs Bergische Land fahren kann". Das sahen viele Fahrradfahrer genauso. Die Trassen bieten auch den ungeübten Fahrradfahrern heute die Möglichkeit, gefahrlos unterwegs zu sein. Bis auf eine Stelle: Wermelskirchen liegt genau im Schnittpunkt, und so war die Stadtdurchquerung natürlich auch Thema am Zweiradhaus Lambeck.

An diesem gut besuchten Treffpunkt legten viele eine Pause ein, informierten sich über Radwege oder nutzten die Gelegenheit für eine Probefahrt mit einem E-Bike. ToscAnna war mit dem Piaggio-Dreirad vor Ort für die leckeren italienischen Kaffeespezialitäten. Zum ersten Mal stellte sich die neue Gemeinde "Treffpunkt Hoffnung" der Öffentlichkeit vor. Hier wurden die beliebten bergischen Waffeln hergestellt. Die Buchhandlung van Wahden präsentierte passende Lektüre zu den Bahntrassen, kleine "Laubsäge-Fahrräder" stellte Bernhard Klomfass aus und der Stand des ADFC war immer umlagert. Frank Schopphoff informierte unermüdlich über die Fahrradstrecken und wurde natürlich auch immer wieder auf seine Klage angesprochen.

Schopphoff hat mit Unterstützung des ADFC Klage eingereicht gegen die Entscheidung des Stadtrates. Er will erreichen, dass die Telegrafenstraße wieder für Fahrradfahrer in Gegenrichtung geöffnet wird. "Wann eine Entscheidung fällt, weiß ich nicht", sagte Schopphoff. Für die aktuelle Saison rechnet er nicht mehr damit.

Andreas Worm vom Zweiradhaus Lambeck ist engagierter Radfahrer. "Auf einer 1000 Kilometer-Tour durch Deutschland haben wir keine Einbahnstraße erlebt, die für Radler nicht geöffnet war", berichtete er. "Ganz aktuell werden in Leverkusen und in Wuppertal die Einbahnstraßen für Radfahrer geöffnet", sagte Georg Blanchot vom ADFC. Als "Nadelöhr" bezeichnete Gerhard Schmidt die Durchfahrt durch Wermelskirchen. "Wenn man sich auskennt, ist es kein Problem, sonst kann es schwierig werden".

Das zeigen auch Beobachtungen in der Stadt. Kurz vor dem Hotel zum Schwanen erklärte Rüdiger Schmidtke einer Gruppe von Radlern, wie es denn weitergeht. "Man kann den ganzen Mist gar nicht erklären", sagte er und empfahl den Brückenweg als Umfahrung. "Die Kölner Straße kann man voll vergessen", ist seine Meinung. Am Eiscafé Venezia standen Frank Peters, Hilmar Kreter und Kerstin Schneider. Sie waren von Düsseldorf zum Motorradgottesdienst nach Eipringhausen gefahren und wollen jetzt wieder zurück. Sie waren dankbar für den Tipp, wie sie jetzt auf die Trasse kommen.

Quelle: RP
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