| 00.00 Uhr

Wermelskirchen
Das Rätsel des Weihnachtssterns

Wermelskirchen. "Es begab sich aber zu der Zeit..." - wer kennt nicht die Weihnachtsgeschichte der Bibel, die die Geburt von Jesus Christus im Stall zu Bethlehem beschreibt. Hiernach wies ein Stern den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg nach Judäa, wo sie den künftigen Herrscher finden sollten. Auch im Matthäus-Evangelium findet sich ein Hinweis auf ein himmlisches Zeichen. Der griechische Urtext spricht hier aber von "Sternen, die voranzogen". Von Peter Kalbitz

In den vergangenen zwei Jahrtausenden gab es verschiedene Spekulationen darüber, welches Himmelszeichen die Geburt angekündigt haben mochte. So taucht hartnäckig die Vorstellung von einem Kometen auf, der mit seinem auffälligen Schweif die Magier - zutreffender wohl Astronomen - aus dem Morgenland auf Jesu Geburt aufmerksam werden ließ. Jedoch ergeben sich astronomisch keine Hinweise auf einen auffälligen Kometen zur Zeit Jesu Geburt.

Auch die Explosion eines Sterns, eine sogenannte Supernova, wie sie auch immer mal ins Spiel gebracht wurde, kann aus heutiger Sicht verworfen werden, denn nirgends am Himmel lässt sich ein zeitlich dazu passender Nebel als Hinterlassenschaft der Explosion finden.

Der griechische Urtext des Matthäus-Evangeliums lenkt unseren Blick auf ein Ereignis, das wegen seiner Seltenheit besondere Aufmerksamkeit bei den babylonischen Astronomen auf sich gezogen haben dürfte. Es handelt sich um die Konjunktion, also das scheinbare Zusammentreten heller Planeten - und zwar die Mehrfachbegegnung der Planeten Jupiter und Saturn im Jahre 7 vor unserer Zeitrechnung. Diese Konjunktion fand vor dem Sternbild Fische statt, das die babylonischen Astronomen der Region um Judäa zuordneten. Die Hinweise auf die Geburt eines neuen jüdischen Königs lasen die Astronomen offenbar daraus, dass Jupiter als Königsstern galt, während Saturn für die Region Judäa stand.

Wie lässt sich dieser frühe Zeitpunkt des Himmelsereignisses denn mit dem später festgesetzten Termin von Jesu Geburt in Einklang bringen? Die Evangelien wurden zum Teil Jahrzehnte nach dem Leben Jesu von verschiedenen Menschen aufgeschrieben, und viele Zeitangaben gerieten dabei durcheinander. So berechnete der Mönch Dionysius Exiguus im 6. Jahrhundert den christlichen Kalender und Jesu Geburt wegen der Ungenauigkeiten der historischen Quellen falsch.

Bleibt also festzuhalten, dass der Begründer des Christentums sieben Jahre vor dem noch heute gültigen Datum zur Welt kam und dementsprechend auch sieben Jahre länger auf Erden wirken konnte...

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wermelskirchen: Das Rätsel des Weihnachtssterns


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.