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Wermelskirchen
Das "Rummatschen" ist ausdrücklich erlaubt

Wermelskirchen. Die Bogenbinderhalle in der Katt hatte sich zu einer großen Kreativ-Baustelle verwandelt. Große Kübel, gefüllt mit Lehm, Sand, Steinen und Muscheln bildeten die Basis für die Arbeit. "Es ist eine riesige Schweinerei, und allen macht es Spaß", freute sich Jan Marquardt, Erzieher und Betreuer im Katt-Jugendbereich. Zusammen mit Take Bijismas, Künstler und bekannt durch seine Holzskulpturen, wurde das "Lehm-Projekt" organisiert und 27 Kinder waren begeistert bei der Sache. Von Walter Schubert

Ob ganz allein, versunken in der Arbeit oder als kleine Gruppe, jeder wie er mochte. Die elfjährige Kiara brachte es auf den Punkt, während sie einen großen Donut formte: "Das befreit. Wir dürfen rummatschen wie wir wollen und kriegen keinen Ärger dafür."

Lehm, Hölzer, Rinde, Stroh, Steine und Sand - ausschließlich Naturprodukte kamen zu Einsatz. "Vieles haben wir selbst gesucht und gefunden, direkt vor unserer Haustür am Eifgenbach", sagte Marquardt. Der Kreativität einfach mal freien Lauf lassen, ohne Vorgaben, ohne Noten, ohne Bewertung. "Das ist die Freiheitsstatue und das wird der Fernsehturm in Berlin", erklärte Levi (11) seine beiden Skulpturen.

Gleich nebenan wurde an einem Haus gebaut. Mit Kelle und Spachtel versuchte Lukas (11) rechte Winkel zu erreichen. "Da kommt ein Flachdach aus Stöcken drauf", sagte er. Lennart (12) hatte auf seiner Arbeitsplatte eine Landschaft gebildet und eine wunderbare Tierfigur gestaltet. "Der Bär ist mein Lieblingstier und da kommen noch zwei kleine Bären dazu".

Isa (12) formte ein Rundhaus, verziert mit vielen kleinen Steinen. "So wie in Asien oder Indien", sagte sie, "ein Haus mit einer Edelsteingrotte". Gleich daneben baute Vivien (12) eine passende Landschaft. "Wenn wir fertig sind, schieben wir die beiden Platten zusammen, dann gibt es ein komplettes Bild", sagte sie.

Für das große Gemeinschaftsprojekt wurde mitten in der Halle ein großes, gut zwei Meter hohes Rad aus Strohballen gebaut. Die vielen Äste in der Mitte gaben Stabilität. "Dieses Teil werden wir gemeinsam mit Lehm verkleiden und gestalten", sagte Bijismas. "Das wird eine tolle Skulptur."

"Es geht tatsächlich. Stundenlang kreativ arbeiten ohne Computer, ohne Fernsehen und ohne Smartphone. Und auch die Gemeinschaft an diesen Tagen zu erleben ist sicher eine gute Erfahrung", freute sich Erzieher Marquardt.

Quelle: RP
 
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