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Wermelskirchen
Das Sprachrohr der Senioren

Wermelskirchen. Klaus Förster setzt sich seit Jahren für die Belange der älteren Menschen in Wermelskirchen ein. Der 75-Jährige wird im Juli zwar nicht mehr für den Vorsitz des Seniorenbeirats kandidieren - die freiwillige Arbeit geht für ihn aber weiter. Von Walter Schubert

Eine Sache möchte Klaus Förster gleich zu Beginn des Gesprächs klarstellen: "Ich trete nicht zurück, ich trete nur nicht mehr an", sagt der amtierende Vorsitzende des Seniorenbeirates. "Ich bin jetzt 75 Jahre alt, werde in diesem Jahr 76. Da die Amtszeit über fünf Jahre geht, sollte das jetzt ein Jüngerer machen." Der neue Seniorenbeirat wird am 5. Juli gewählt. Auch ohne den Posten des Beiratsvorsitzenden wird Förster sich natürlich weiter engagieren, denn für ihn gilt das Motto: "Die Arbeit ist mein Hobby." Das war schon im Berufsleben so und erst recht, seit er sich im sozialen Bereich engagiert.

Klaus Förster wurde 1940 geboren, und trotz eines "Umwegs" über Remscheid, bezeichnet er sich selbst als echten Dellmann. Mit Ehefrau Heidi ist er seit 50 Jahren verheiratet, hat eine Tochter und zwei Enkel. Neben seinem Beruf als kaufmännischer Leiter einer technischen Großhandlung war er 24 Jahre als ehrenamtlicher Handelsrichter am Landgericht Köln tätig. Förster war ehrenamtlicher Betreuer am Amtsgericht Wermelskirchen und 25 Jahre Ausschussvorsitzender bei den Prüfungen der Industrie- und Handelskammer (IHK).

Seit 2009 ist Förster Vorsitzender des Seniorenbeirats. "Nachhaltige Arbeit, auch gegen Widerstände", sagt Förster über diese Zeit und blickt auf einige Erfolge zurück. "Wir haben die Idee der Tafel nach Wermelskirchen gebracht, trotz Ablehnung durch die Verwaltung", sagt der 75-Jährige. Mit Brigitte Krips von der Caritas wurde die Tafel gegründet, die Arbeit ist bis heute erfolgreich. Auch das "Traumkino" im Film-Eck geht auf die Initiative des Seniorenbeirats zurück. "Auch das ist schon wieder neun Jahre her und wird prima angenommen", sagt Förster.

Die meiste Arbeit geschieht ohne große Öffentlichkeit. Ein Beispiel dafür ist der Senioren- und Behinderten Service (SuBS), eine Kooperation der Senioren- und Pflegeberatungsstelle der Stadt Wermelskirchen in Zusammenarbeit mit dem Seniorenbeirat. Der ehrenamtliche Hilfsdienst unterstützt beim Einkaufen, hilft bei Behördengängen, beim Ausfüllen von Formularen oder begleitet bei Arztbesuchen. "Ich habe das mal ausgerechnet", sagt Förster, "bei unseren Einsätzen und einem theoretischen Stundenlohn von acht Euro spart die Stadt etwa 35.000 Euro pro Jahr".

Finanzielle Unterstützung erhält der Seniorenbeirat nicht, es gebe noch nicht einmal Benzingeld. Neben der praktischen, ehrenamtlichen Hilfe kann der Beirat nur "Themen anschieben". Die Aufgaben oder Probleme gehen dann weiter in den Sozialausschuss, in die Fachausschüsse und in den Rat der Stadt. "Wir haben nur Rederecht, aber kein Stimmrecht", sagt Förster. "Obwohl die Senioren einen großen Anteil der Bewohner in Wermelskirchen stellen, ist eine Stimme nicht gewünscht." Das bedauert er.

Gerade hat er eine umfangreiche Begründung mit "vielen Paragrafen" erhalten, warum ein Stimmrecht nicht möglich sei. Weitermachen lautet trotzdem die Devise. Die Liste seiner Aufgaben ist lang: Sitzungen auf Stadt-, Kreis- und Landesebene, Seniorenveranstaltungen, Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendparlament, Teilnahme am Arbeitskreis Demenz und praktische Hilfe für Bedürftige vor Ort. Eines wird deutlich: Auch wenn am 5. Juli ein neuer Beiratsvorsitzender feststeht, für Klaus Förster gibt es noch ganz viel Arbeit - oder wie er sagt: "Ganz viel Hobby."

Quelle: RP
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