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Wermelskirchen
Der BGV sorgt sich um das Stadtbild

Die Abteilung Wermelskirchen des Bergischen Geschichtsvereins (BGV) sieht das Wermelskirchener Stadtbild als akut gefährdet an. In einem offenen Brief an Bürgermeister, Stadtverwaltung und Politik bezieht der BGV dazu Stellung. "Wir möchten eine breitere Öffentlichkeit zu einer Diskussion ermutigen und die Akteure - Politik, Verwaltung, Bauherren, Architekten, Vereine und Bürger - zum Nachdenken bewegen", teilt der Vereinsvorstand mit.

Ein Rundgang durch die Innenstadt stelle den aufmerksamen Betrachter vor eine Vielzahl von Fragen. Besonders wenn man den Fokus auf die Entwicklung des Stadtbildes in den vergangenen fünf Jahrzehnten lege, "fällt auf, dass ein kontinuierliches Gesamtkonzept fehlt", meint der BGV.

Wermelskirchen sei bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein gewachsenes Straßendorf gewesen, in dem Fachwerkbauten dominierten. Reine Steinbauten gesellten sich erst langsam zu der herkömmlichen Bauweise dazu. Beispiele hierfür seien der Altbau des heutigen Möbelhauses von den Eichen von Dr. Carl Leverkus und das im Jahr des 100-jährigen Stadtbestehens (Wermelskirchen bekam 1873 die Stadtrechte verliehen) abgerissene alte Rathaus unterhalb des Weihnachtsbaumes, beides an der Oberen Remscheider Straße. "Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann eine langsame Wandlung hin zum Massivbau im viktorianischen Stil", heißt es in dem BGV-Brief. Beispiel dafür: Café Wild und die Häuser oberhalb des Weihnachtsbaums.

Ab den 1960er Jahren begann eine - aus Sicht des BGV ungebremste - "Abbruch- und Neubauwelle". Unschön dabei: "Es ist städtebauliches Gesamtkonzept zu erkennen bzw. Konzepte wurden immer wieder neu aufgestellt und verworfen." Immer häufiger seien große "Klötze" neben bergische Häuser gesetzt worden - für den BGV sind dies "Architektursünden". Der Verein fühle sich dem Erhalt der historischen Bausubstanz verpflichtet. Er setzt sich dafür ein, dass die Stadt auch in Zukunft "ein individuelles und auch vom bergischen Stil geprägtes Gesicht hat, das nicht mehr wirtschaftlichen Interessen geopfert wird".

(ser)
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